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Sie halten weiter eisern zusammen : Schreiber des „Schenefeld-Liedes“ feiert Eiserne Hochzeit

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Ehepaar Schulze ist seit 65 Jahren verheiratet. Günter Schulze schrieb das „Schenefeld-Lied“ und erhielt den Ehrenpreis der Stadt.

shz.de von
erstellt am 17.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | „Der Pianist hatte es mir sofort angetan“, erinnert sich Renate Schulze lächelnd an einen Tanzabend im Ratskeller in Frankfurt an der Oder. Dass der Abend im Jahr 1947 ihr Leben verändern sollte, wusste sie nicht. Der Pianist Günter Schulze wurde nämlich ihr Ehemann. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagen beide übereinstimmend. Am 16. Juni 1950 heirateten sie und feierten gestern in Schenefeld ihre Eiserne Hochzeit.

Sie blickten dabei auf ein Leben mit ganz viel Musik. Die ließ Günter Schulze nie los. Berühmte Hotels, große Kreuzfahrtschiffe – überall trat er auf und komponierte sogar eigene Stücke. Erst verdiente Schulze mit der Musik sein Geld, dann wurden die Noten und der Gesang zum liebsten Hobby.

Immer an seiner Seite: Ehefrau Renate. „Sie hat mir den Rücken frei gehalten“, sagt er. Aus politischen Gründen musste das Ehepaar Frankfurt an der Oder verlassen. Kurz nachdem Schulze sein eigenes Orchester gegründet hatte. In Hamburg fanden er und seine damalige Freundin und spätere Ehefrau eine neue Heimat. 1950 folgte schließlich die Hochzeit. „Wir sind mit der S-Bahn zum Standesamt gefahren“, berichtet Renate Schulze. Blumen habe ihr Günter direkt am Bahnhof gekauft.

Tochter Stefanie kam 1961 zur Welt. Da die Unterkunft in Hamburg zu eng wurde, bezogen die Schulzes 1967 in Schenefeld eine Wohnung an der Blankeneser Chaussee, in der sie immer noch leben. In Schenefeld fand das Ehepaar schnell Freunde, die sie ein Leben lang begleiten. Wieder dank der Musik, die auch das Ehepaar zusammenbrachte. Günter Schulze wurde in den siebziger Jahren in Schenefeld Chorleiter der Liedertafel Frohsinn und schrieb damit an der Stadtgeschichte mit. So stammt aus seiner Feder das „Schenefeld-Lied“.

Auch Dank seines Engagements wurde die Liedertafel Frohsinn über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und glänzte bei zahlreichen Auftritten in der gesamten Metropolregion. Für seinen ehrenamtlichen Einsatz wurde Günter Schulze mit dem Ehrenpreis der Stadt Schenefeld ausgezeichnet. All das sei nur dank seiner Frau möglich gewesen, erklärt Schulze. „Sie hat immer für mich gesorgt.“ Dabei blieben auch die handwerklichen Tätigkeiten an der gelernten Tischlerin hängen. „Musiker haben nämlich zwei linke Hände“, stellt sie schmunzelnd fest.

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