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Schenefelder Tageblatt

16. Dezember 2017 | 18:33 Uhr

Abschied : Schenefelder Nabu-Chef geht

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Schenefelder Stefan Friedrich legt Amt nieder. Dabei äußert er Kritik an der Stadt.

shz.de von
erstellt am 13.Okt.2017 | 15:44 Uhr

Schenefeld | Stefan Friedrich tritt ab. Der Gruppensprecher des Nabu für Schenefeld und Halstenbek hat sein Amt niedergelegt. Mitte Dezember zieht der Schenefelder mit seiner Frau und den zwei Kindern nach Jesteburg in Niedersachsen südlich von Hamburg. Acht Jahre lang hat er die Geschicke des Nabu geleitet. Sein Fazit bezüglich der Zusammenarbeit mit den Verwaltungen in Schenefeld und Halstenbek fällt gemischt aus.

Schenefeld dreht er den Rücken zu, weil es ihm zu laut und zu voll geworden ist. „Es gibt hier immer mehr Verkehr“, sagt er. Die Stadt habe sich verändert – zum Negativen. „Heute ist Schenefeld nur noch ein Stadtteil von Hamburg. Wir suchen das Landleben, wollen mehr Ruhe und Natur. Wir fühlen uns hier nicht mehr wohl.“

Der IT-Administrator kam vor acht Jahren auf die Idee, sich für den Naturschutz zu engagieren, nachdem seine Kinder geboren wurden. „Da hatte ich das Gefühl, ich sollte mich nachhaltig engagieren“, erinnert er sich. Zudem wollte er ursprünglich Landschaftsgärtner werden. Aufgrund von Rückenproblemen ging das nicht – die Liebe zu der Arbeit in der freien Natur aber ist geblieben.

Als Friedrich anfing, sei die Gruppe so gut wie nicht aktiv gewesen – bis auf zwei Nistkästenüberprüfungen im Jahr. Da sei der Vorsitzende direkt mit vielen Aufgaben überhäuft worden. Besonders stolz ist er auf die Bachpatenschaft für die Düpenau. Seitdem hat sich die Nabu-Gruppe stark für das Gewässer eingesetzt. Langfristig soll der Fluss in den Originalzustand versetzt werden. Durch den Einsatz der Mitglieder und Helfer bei den Bachaktionstagen wurde die Düpenau bereits nachhaltig in einen besseren ökologischen Zustand versetzt. Kies wurde im Flussbett platziert, um das sich das Wasser herumschlängeln muss. Das schafft einen besseren Lebensraum für laichende Fische. Das Bachbett wurde eingeengt und so eine turbulente Strömung erzeugt. Auch am Friedrichshulder See war der Nabu aktiv. An der Eisvogelwand können die Vögel nun brüten. Auf der neu angelegten Feuchtwiese fühlen sich besondere Pflanzenarten ebenso wohl wie Eidechsen und Frösche.Zudem haben Friedrich und sein Team Feste veranstaltet und monatliche Treffen organisiert.

Auch in der Politik war Friedrich aktiv: Vor Baumfällungen werden die Naturschützer nun gefragt, was sie davon halten. Und auf Bebauungspläne wird ein Auge geworfen. Mit der Jugendgruppe hat es indes nicht geklappt. Dafür hätten sich einfach keine Gruppenleiter gefunden, bedauert Friedrich.

Ob es weiter geht mit der Nabugruppe, stand zunächst auf der Kippe. Der Altersdurchschnitt sei sehr hoch. Die Gruppe könne derzeit nur „auf Sparflamme“ agieren. Vor allem fehlten der Gruppe jüngere Mitglieder, die kräftig anpacken können. Zunächst gab es auch keinen Nachfolger für den Chefposten. Letztlich wurde ein Leitungsteam gebildet: Sigi Heer, Peter Dahms und Heinz Grabert. Der jüngste Neuzugang ist Claudia Daffertshofer aus Halstenbek, die eine eigene Umweltschutzgruppe leitet und schon vorher mit dem Nabu kooperierte. Wer Lust hat, sich zu engagieren, kann zu einem der Treffen kommen, die jeden ersten Donnerstag im Monat ab 19    Uhr im Gruppenraum im Untergeschoss der Sporthalle, Achter de Weiden, stattfinden.

Mit der Zusammenarbeit mit dem Schenefelder Rathaus ist Friedrich rückblickend nicht so ganz zufrieden. „Das grüne Denken fehlt ein wenig in der Verwaltung“, sagt er. Die Idee der Grünen, weiteres Personal für die Landschaftspflege einzustellen, unterstützt Friedrich. Die Zusammenarbeit sei „verbesserungswürdig“. Die Stadt sei „übervorsichtig und langsam in ihren Entscheidungen“. Er habe sich teilweise nicht ernst genommen gefühlt. Nach einem kürzlichen Gespräch mit der Verwaltung hofft er, dass es für die Kollegen künftig besser läuft. In Halstenbek gebe es einen Umweltberater. Da sei die Zusammenarbeit einfacher gewesen.

Insgesamt fällt sein Fazit positiv aus: „Es war eine schöne Zeit. Ich danke auch den Schenefeldern für ihre Unterstützung und hoffe darauf, dass sie den Nabu weiter unterstützen.“ Für Friedrich ist das Engagement für den Nabu mit dem Umzug nicht vorbei: Dort gibt es auch eine Gruppe, für die er sich stark machen will. „Ohne Nabu geht’s nicht.“

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