Schenefelder helfen Halstenbekern

Die Helfer Mohammad Albalkhi, Katrin Nickel, Ammar Alkhlaf, Chefin Roswitha Jürgensen, Tina Wearn, Ahmad Alammar und Andrea Walter freuen sich auf weitere Bedürftige, denen sie das Leben ein wenig leichter machen können.
Die Helfer Mohammad Albalkhi, Katrin Nickel, Ammar Alkhlaf, Chefin Roswitha Jürgensen, Tina Wearn, Ahmad Alammar und Andrea Walter freuen sich auf weitere Bedürftige, denen sie das Leben ein wenig leichter machen können.

Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes vermeldet steigende Zahlen / Mehr Bedürftige aus dem Ort

shz.de von
07. Juli 2018, 16:17 Uhr

Jeden Donnerstag herrscht Hochbetrieb an der Altonaer Chaussee 28 in Schenefeld. In der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuz (DRK) werden fleißig Kisten hin und her geräumt. T-Shirts, Hosen, Röcke und Schuhe finden ebenso einen Platz im Regal oder an der Stange wie Kinderwagen und Baby-Schalen. Die Einrichtung ist stark nachgefragt. Aber ebenso stark ist auch die Hilfsbereitschaft der Schenefelder, die gut erhaltene Kleidung zur Verfügung stellen.

Allerdings mit einer Einschränkung: Zuletzt wurden vermehrt dreckige oder kaputte Spenden abgegeben oder vor die Tür gestellt. Deshalb bittet die Leiterin Roswitha Jürgensen darum, nur tragbare, saubere Kleidung abzugeben – und nicht draußen zu deponieren. Denn dort ist sie auch beispielsweise Regen ausgesetzt und danach nicht mehr zu gebrauchen.

Nun sollen auch die Halstenbeker in Schenefeld zum Zug kommen. Die Einrichtung kann ab sofort auch von Menschen aus der Nachbarkommune genutzt werden. Es habe immer wieder Anfragen gegeben, weil es ein solches Angebot dort mehr nicht gibt, sagt Jürgensen.

Die Kammer hat donnerstags von 11 bis 15  Uhr geöffnet. Die Helfer nehmen Spenden danach von 16 bis 18 Uhr entgegen. 200 Bedürftige nutzen das Angebot. Viele seien Flüchtlinge, aber auch die Deutschen verlieren langsam ihre Scheu vor der Kammer, so Jürgensen. Zwischen 15 und 20 Prozent dürften es schon sein, schätzt die Chefin. „Es wird immer mehr“, sagt die Schenefelderin. Über zu wenig Spenden beklagt sie sich nicht. „Wir haben genug für alle.“ Was nicht bedeutet, dass die Schenefelder aufhören sollen, zu spenden. Winterkleidung wird derzeit zwar nicht benötigt. „Das können wir nicht mehr annehmen. Das Lager ist voll.“ Eine hohe Nachfrage besteht aber nach Turnschuhen für Erwachsene und Kinder, Babybekleidung, Kinderwagen – und nach allem was der Nachwuchs sonst so benötigt wie beispielsweise Baby-Schalen oder Zubehör. „Es gibt viele Flüchtlinge mit Neugeborenen“, erzählt Jürgensen. „Die Kleidung geht sehr schnell wieder weg.“ Momentan besteht die Truppe aus 17 ehrenamtlichen Helfern: 13 Deutsche und vier Syrer helfen mit. „Das ist so ein tolles Team hier. Alle sind immer noch motiviert und gut drauf. Obwohl es ein Knochenjob ist, macht es aber auch richtig Spaß“, sagt die Chefin sichtlich stolz.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen