Nach Erdbeben : Schenefeld will Nepal helfen

Organisieren den Hilfstransport:  Birgit Peters (v. l.), Ingrid Pöhland, John Tamang, Sunita Thapa-Krahn, Sarki Shepa, Tseringu Vodegel und Gerd Fiebig.
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Organisieren den Hilfstransport: Birgit Peters (v. l.), Ingrid Pöhland, John Tamang, Sunita Thapa-Krahn, Sarki Shepa, Tseringu Vodegel und Gerd Fiebig.

60 bis 70 Familien in dem Bergdorf Sindupalchok sollen versorgt werden. „Glücksgriff“-Team ruft Schenefelder zum Spenden auf.

shz.de von
08. Mai 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | Tote, Verletzte, ganze Dörfer in Trümmern: Das verheerende Erdbeben hat Nepal hart getroffen. Das Land ist auf Hilfe angewiesen – die kommt jetzt auch aus Schenefeld. Der Verein „Glücksgriff“ organisiert einen Transport in die Erdbebenregion, will einen Container mit 20 Tonnen Hilfsgütern mit dem Schiff in Richtung Nepal schicken.  

„Es werden vor allem Schlafsäcke, Wolldecken, Matratzen, Regensachen, Handtücher, stabile Zelte und  Schuhe benötigt“, sagt „Glücksgriff“-Chefin Ingrid Pöhland. Sie ruft die Schenefelder auf, zu spenden, ihren Beitrag für die Hilfsaktion zu leisten. Auch Geldspenden werden benötigt. Denn die Frachtgebühr beträgt zirka 3000 Euro.

Das „Glücksgriff“-Team hat bereits 50 Kartons aus dem Fundus des Vereins gepackt – vor allem Kinderbekleidung. Pöhland verspricht, dass die Hilfe auch wirklich vor Ort bei den bedürftigen Menschen ankommt. 

John Tamang und Sunita Thapa-Krahn – zwei Nepalesen, die seit Jahren in Schenefeld leben – unterstützen die Hilfsaktion nach Kräften. Ebenso die Deutsch-Nepalesische Gemeinschaft Hamburg. Sie hat 62 Mitglieder. Die Hilfsgüter aus Schenefeld werden gezielt in das Bergdorf Sindupalchok gebracht. „Dort sind fast alle Häuser zerstört. Bisher waren keine Helfer in dem Dorf“, sagt Tamang. Die zirka 60 Familien seien auf Unterstützung angewiesen.

Anpacken ist angesagt

John Tamang lebt seit drei Jahren in Schenefeld. Erst im März war der Speditionskaufmann mit seiner Tochter Talitha in seiner Heimat Nepal. Sie haben gemeinsam die Tempel besucht, die wenig später von dem verheerenden Erdbeben zerstört wurden. Er schüttelt den Kopf, kann immer noch nicht glauben, was sein Land erleiden muss. Talitha hilft vor Ort, ihr Vater organisiert die Hilfe von Schenefeld aus. Über Facebook und Telefon hat er täglich Kontakt zu seiner Familie in Kathmandu, zu Freunden und Bekannten. Seine Nachbarin Edith Blaffert arbeitet beim „Glücksgriff“. Eine Frage, ein Anruf – und schon rollt die Welle der Hilfsbereitschaft. Das „Glücksgriff“-Geschäft am Heisterweg, die alte Post, wird zur Zentrale. Dort wird der Container aufgestellt, den es zu füllen gilt. Der Verein darf das erste Obergeschoss des städtischen Gebäudes nutzen, um die Waren für den Zoll zu sortieren. „Wir wollen den Container so schnell wie möglich losschicken“, sagt „Glücksgriff“-Chefin Ingrid Pöhland.

Die Transportzeit per Schiff beträgt fast vier Wochen. Eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft in Kathmandu wird sich vor Ort um den Transport kümmern. In Sindupalchok, dem kleinen Bergdorf, leben laut Tamang zirka 60 Familien – zurzeit in einer selbst gebauten Scheune, da fast alle Gebäude zerstört wurden. Spenden, Spenden, Spenden: Pöhland hofft, dass die Schenefelder mitziehen. Die benötigten Waren – unter anderem Schlafsäcke, Zelte, Hilfsmittel für behinderte und verletzte Menschen, Regensachen – können im Heisterweg von 10 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr – nicht mittwochs – abgegeben werden. Das „Glücksgriff“-Team will auch bei Ärzten anfragen, um dringend benötigte Medikamente zu bekommen. Gebraucht werden auch Einmalhandschuhe, Masken, Wasserreinigungstabletten und Mückenschutz.

„Es wird Monate, vielleicht sogar Jahre dauern, bis wieder Normalität in der Erdbebenregion einkehrt“, sagt Tamang. Pöhland kann sich vorstellen, einen zweiten Container zu schicken – wenn die Schenefelder Hilfsaktion gelingt. Für Fragen und Hilfsangebote ist Pöhland unter Telefon 040-8305524 zu erreichen.

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