Auf dem Weg zur Fahrrad-City : Schenefeld will ein Netz an Fahrradstraßen ausweisen

Schenefeld will in Fahrradstraßen investieren. Ein ganzes Netz soll in der Stadt entstehen.
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Schenefeld will in Fahrradstraßen investieren. Ein ganzes Netz soll in der Stadt entstehen.

Hamburg, Halstenbek und Pinneberg sollen bei der Aktion mit ins Boot geholt werden.

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11. Juli 2015, 15:00 Uhr

Schenefeld | Es ist der zweite Versuch, den Radverkehr in Schenefeld aus dem Dornröschenschlaf zu wecken. Bis zum Jahr 2025 soll ein Gesamtkonzept in der Stadt umgesetzt werden. Die Phase eins wurde am Donnerstagabend im Stadtentwicklungsausschuss gestartet. Stadtplaner Ulf Dallmann stellte sie vor – und erntete viel Lob und Zustimmung. „Es geht um einen Perspektivwechsel“, betonte Dallmann. Sein Plan: ein Netz von Fahrradstraßen und Freizeitwegen anzulegen. Zunächst in der Peripherie. Fahrradzubringer ins Zentrum und in die Siedlung sollen geschaffen werden.

Und Dallmann denkt und plant über die Stadtgrenzen hinaus. Er hat bereits positive Abstimmungsgespräche mit dem Bezirksamt Altona, der Stadt Pinneberg und der Gemeinde Halstenbek geführt. „Das ist elementar wichtig“, betonte Grünen-Ratsherr Herbert van Gerpen.

Fahrradstraßen: Bisher gibt es keine einzige in der Stadt. Die Vorteile: Laut Straßenverkehrsordnung gilt generell Tempo 30. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Auch Autos dürfen Fahrradstraßen nutzen, wenn die Stadt es erlaubt. Lastwagen können aus Fahrradstraßen ausgeschlossen werden.

Schenefeld auf dem Weg zur Fahrrad-City: „Wir stehen voll und ganz hinter dem Konzept“, betonte BfB-Fraktionschef Manfred Pfitzner. Auch die SPD setzt aufs Rad. „In dem Konzept fehlt aber eine Verbindung zwischen Dorf und Siedlung. Wir müssen auch den Mühlendamm angehen“, betonte Ratsherr Ronald Vierke. Er plädiert zudem für eine Verbindung zwischen dem Dorf und dem „Stadtzentrum“.

Holtkamp, Aneken, Sülldorfer Weg, Uetersener Weg, Seggerweg, Achter de Hoef, Scharmbrooksweg, In de Masch,  Dorfstraße, Wurmkamp, Lindenallee, Kastanienallee, Papernmoorweg, Parkgrund, Moorweg, Gorch-Fock-Straße, Bogenstraße, Eidelstedter Weg, Jahnstraße, Kreuzweg, Blocksberg, Königsberger Straße.

Die CDU warf einen Blick auf die Kosten, die mit der Umsetzung des Konzeptes verbunden sind. „Nicht alles wird sich realisieren lassen“, sagte Ratsherr Holm Becker. Sein Parteikollege Hans-Detlef Engel warnte allerdings davor, dass es durch die Ausweisung von Fahrradstraßen zu einem Verdrängungswettbewerb des motorisierten Verkehrs in andere Straßen kommen werde. Doch weder das Kosten- noch das Verdrängungsargument ließ Mathias Schmitz gelten. „Das Rad als Verkehrsmittel gewinnt immer mehr an Bedeutung. Der Radverkehr wird sprunghaft zunehmen.“ Die Autofahrer würden sich am Ende über jeden zusätzlichen Radfahrer freuen. „Dann stehen sie nicht mehr so lange mit ihren Autos im Stau.“

Die nicht unerheblichen Kosten hat auch Schmitz im Blick. „Wir wollen das Radverkehrskonzept sukzessive umsetzen.“ Es werde zu Umschichtungen im Haushalt der Stadt kommen – zu Gunsten des Radverkehrs. „Und wir fangen jetzt an“, betonte Schmitz.

Der Ausweisung von Fahrradstraßen muss die Verkehrsbehörde zustimmen. Der vorherrschende Verkehr muss jetzt – oder zumindest in Zukunft – der Radverkehr sein. Laut Dallmann könnten die Fahrradstraßen oft ohne größere Umbaumaßnahmen eingerichtet werden. „In einigen Fällen reicht schon eine neue Beschilderung.“ Schenefelds Stadtplaner hat geliefert. Jetzt ist die Politik am Zug. Sie muss nach der Sommerpause entscheiden, wo Fahrradstraßen eingerichtet werden. Als erster Schritt. Van Gerpen will auch an die dicken Brocken ran – beispielsweise an den Schulweg Richtung Achter de Weiden. Schenefeld macht sich auf den Weg – mit dem Rad.

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