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34.000 Euro Verlust pro Jahr : Schenefeld und das Problem mit der Zweitwohnsteuer

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

„Steuerflüchtlinge“ zur Umkehr bringen. Einnahmen könnten bei 34.000 Euro im Jahr liegen. Auswirkungen auf Einkommenssteuer.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 14:00 Uhr

Geiz macht bekanntlich erfinderisch: Und so kommt es vor, dass auch Schenefelder zum Beispiel ihre kleine Ferienwohnung auf der Promi-Insel Sylt oder auf Amrum als Hauptwohnsitz anmelden und ihr großes Haus, in dem sie in Schenefeld leben, als  Zweitwohnsitz angeben. Und dafür zahlen sie keinen Cent, denn eine Zweitwohnsitzsteuer gibt es in Schenefeld nicht. Doch genau das könnte sich bald ändern. 

Die Politik ist dran an dem Thema. Denn eines machte Schenefelds Bürochef Melf Kayser am Dienstagabend im Finanzausschuss deutlich: Diese Steuer kann sich lohnen. Und damit zielte Kayser nicht nur auf die gut 34.000 Euro ab, die eine Zweitwohnsitzsteuer pro Jahr in die Stadtkasse spülen könnte. Denn wenn die Einführung der Steuer dafür sorgt, dass die „Steuerflüchtlinge“ ihren Erstwohnsitz künftig korrekt bei der Stadt anmelden, kann sich das ganz schnell positiv auf die Einnahmen aus der Einkommenssteuer auswirken. „In Uetersen hatte das einen enormen Effekt“, betonte Kayser. Eine Garantie gebe es aber nicht. „Das ist der Blick in die Glaskugel“, erklärte der Bürochef.

In Schenefeld gibt es zurzeit 764 registrierte Nebenwohnungen – darunter viele Karteileichen, das ist allen Verantwortlichen klar. Die Einführung der Zweitwohnungssteuer würde auch dazu führen, hier Ordnung zu schaffen. Ein interessantes Phänomen war in Pinneberg zu beobachten, als die Steuer neu eingeführt wurde. Von den damals 1600 registrierten Nebenwohnungen wurden auf Schlag 1200 abgemeldet. Pinneberg nimmt durch die Steuer zirka 70.000 Euro im Jahr ein.

Eine neue Steuer: Da schüttelt manch ein Politiker gleich reflexartig mit dem Kopf. Doch Grünen-Ratsherr Michael Behrens erinnerte an das Solidaritätsprinzip. „Ohne diese Steuer haben einige Bürger einen Vorteil auf Kosten der anderen. Wer in Schenefeld lebt, sollte sich an der Gemeinschaft beteiligen.“ Unstrittig ist aber auch: Der Verwaltungsaufwand im ersten Jahr zur Einführung der Zweitwohnungssteuer wäre groß.

In puncto Erhöhung der Hundesteuer ist dagegen noch keine Entscheidung gefallen. Die SPD ist für eine Anhebung von jetzt 40 auf 60 Euro. Der Vorstoß stößt auf Widerstand. Eine Entscheidung soll in den kommenden Monaten fallen.

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