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Schenefelder Tageblatt

14. Dezember 2017 | 02:20 Uhr

Agenda 2016 : Schenefeld stellt die Weichen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Was im neuen Jahr alles auf den Weg gebracht werden muss. Schulen bleiben weiter im Fokus der Politik.

shz.de von
erstellt am 31.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Schenefeld | Stadtkern, Flüchtlinge, Schulen, Kindertagesstätten, Verkehr: 2016 ist in Schenefeld ein Jahr der Weichenstellung. Unsere Zeitung zeigt auf, was im kommenden Jahr auf der Agenda steht. 

Flüchtlinge: Die Zahl wird auch 2016 weiter steigen. Mit der Container-Sammelunterkunft für bis zu 230 Menschen am Osterbrooksweg verschafft sich die Stadt etwas Luft. Eine zweite Sammelunterkunft kann – wenn nötig – schnell am Hasselbinnen entstehen. Allein für Wohnraum stehen in diesem Jahr drei Millionen Euro zur Verfügung.

Die Integration der Menschen ist der zweite Kraftakt, den die Stadt stemmen muss. Die neue Migrationsbeauftragte wird die Angebote der vielen ehrenamtlichen Helfer koordinieren. Die Unterstützung war bisher groß. 2016 werden aber auch Schulen und Kitas die Auswirkungen stärker zu spüren bekommen, weil Familien nachreisen, ihre neue Heimat in Schenefeld finden. Räume und Plätze sind schon jetzt knapp. Das Personal im Rathaus wurde aufgestockt, um die enormen Anforderungen zu bewältigen. Eine gute Entscheidung. Politik und Rathaus arbeiten Hand in Hand. Ein gutes Signal für 2016.

Stadtkern: Die Bürger wurden gefragt. Die Grundstücksbesitzer wurden informiert. Das Planungsbüro hat ein Konzept vorgelegt. Jetzt hat die Politik das Wort – und zwar das entscheidende. Knackpunkt für den Traum von einem echten Stadtkern bleibt die Größe des Untersuchungsgebietes. Zurzeit umfasst es südlich und nördlich der LSE 29 Hektar. Zu groß – monieren CDU und BfB. Planer Frank Schlegelmilch hat zudem vorgeschlagen, ein 14,3 Hektar großes Sanierungsgebiet auszuweisen. Der Stadt werden dann zusätzliche Rechte bis hin zur Enteignung von Grundstücken eingeräumt. Auch dieser Punkt ist politisch umstritten. Eine Entscheidung soll im März im Rat fallen. Politischer Streit würde dem Millionen-Projekt schaden, ein fatales Signal in Richtung Kiel senden. Denn Schenefeld hofft auf weitere Millionenzuschüsse von Bund und Land.

Kinderbetreuung: Krippe, Kita, Hort – die Stadt muss dem weiter steigenden Betreuungsbedarf Rechnung tragen. Auf dem Awo-Gelände an der Lindenallee wird 2016 eine neue Krippe gebaut. Schenefeld investiert 450  000 Euro in 20 zusätzliche Plätze für Jungen und Mädchen zwischen null und drei Jahren. Das bestehende Hortgebäude am Wurmkamp erhält für 550  000 Euro ein Obergeschoss. Dort können 15 Kinder nach Unterrichtsschluss betreut werden. Besonders Ganztagsplätze im Elementarbereich sind gefragt.

Damit nicht genug: Die Stadt rechnet damit, dass mittelfristig noch ein weiterer Kita-Neubau benötigt wird – auch vor dem Hintergrund der steigenden Flüchtlingszahlen. Das Problem: Es gibt kaum noch geeignete Flächen in Schenefeld.

Schulen: Die Schenefelder Schulen werden auch 2016 im Fokus stehen. Nicht nur das Schulzentrum Achter de Weiden soll saniert und modernisiert werden. Auch die Grundschulen sollen in puncto Informationstechnologie den Sprung in die Zukunft schaffen. 800  000 Euro sollen in die vier Einrichtungen fließen. Die Politik hat den Handlungsbedarf erkannt – und reagiert.

Am Gymnasium soll zudem endlich ein neuer Direktor seinen Dienst antreten. Die Wahl eines neuen Schulleiters war im Dezember gescheitert. Auch für den Chefposten an der benachbarten Gemeinschaftsschule sollen die Weichen gestellt werden.

Die beiden Grundschulen sollen in Zukunft offene Ganztagsschulen werden. Dieses Thema brennt vielen Eltern unter den Nägeln, die sich eine zuverlässige und längere Betreuung ihrer Kinder wünschen. Die eigens eingerichtete AG hat gut vorgearbeitet – 2016 muss eine Entscheidung samt Konzept her.

Feste: Ja doch, Schenefeld kann feiern. Neben dem Stadtfest hat sich auch das Oktoberfest etabliert. Die Termine für 2016 stehen: Das Stadtfest steigt vom 24. bis 26. Juni, das Oktoberfest vom 23. bis 25. September. Und der Weihnachtsmarkt? Für das neue Konzept über zwei Tage mit der Zeltstadt auf dem Holstenplatz gab es viel Lob. Bis zu 20  000 Euro durfte die Stadt ausgeben. Diese Summe sollte die Politik auch 2016 gewähren.

Sportstätten: Ein Gutachten soll aufzeigen, welcher Bedarf in Schenefeld besteht. Ein Sportentwicklungsplan soll her. Die Spielvereinigung Blau-Weiß 96 – mit mehr als 3000 Mitgliedern der größte Verein der Stadt – hat in der Sportstätten-AG ein eigenes Konzept vorgestellt. Kernpunkt: Die bestehenden Anlagen Achter de Weiden und Blankeneser Chaussee sollen verbessert werden. Blau-Weiß setzt auf Kunstrasenplätze, könnte dann auf einen zusätzlichen Fußballplatz verzichten. 2016 muss eine Entscheidung getroffen werden, in welche Richtung es geht.

Verkehr: Schenefeld ist von der Fläche her sehr klein und als Stadt der kurzen Wege prädestiniert für Fahrradfahrer. Trotzdem gilt die Stadt eher als Radfahrer unfreundlich. Das soll sich ändern. In der Stadt könnte ein Netz aus Fahrradstraßen entstehen. Ein erstes Konzept von Stadtplaner Ulf Dallman liegt vor. Zudem sollen auf mehreren Straßen Fahrradstreifen eingeführt, die Benutzungspflicht der Radwege dort aufgehoben werden. Die Stadt steckt zudem Geld in die Sanierung schlechter Radwege.

Und die Autofahrer sollen die Füße vom Gaspedal nehmen. Schenefeld setzt im Stadtgebiet verstärkt auf Tempo 30 – auch um die Bürger vom Lärm zu entlasten. Bei der Durchsetzung des Vorhabens ist die Stadt aber auf die Verkehrsbehörde des Kreises Pinneberg angewiesen. Hartnäckigkeit sollte sich am Ende auszahlen.

Tafel: Um dem Ansturm Herr zu werden, führt das Tafel-Team ab Januar einen zweiten Ausgabetag für bedürftige Menschen ein. Die Zahl der Tafel-Nutzer – aktuell 740 – wird auch 2016 weiter steigen. Die Einrichtung am Osterbrooksweg bleibt eine Schenefelder Gemeinschaftsaufgabe. Mehr Helfer, mehr Lebensmittel, mehr Spenden: Die Tafel ist 2016 auf besonders viel Unterstützung angewiesen.

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