zur Navigation springen

Stadtkern und XFEL : Schenefeld steht im Fokus der Wissenschaft

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

An der HafenCity Universität Hamburg sind zwei Arbeiten mit Schenefeld entstanden.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Das Milliarden-Projekt XFEL. Das Millionen-Projekt Stadtkern. Schenefeld verändert sich. Schenefeld stellt in den kommenden Jahren in puncto Stadtentwicklung die entscheidenden Zukunftsweichen. Kein Wunder, dass die Kleinstadt jetzt auch im Fokus der Wissenschaft seht. An der HafenCity Universität Hamburg – spezialisiert auf Stadtentwicklung und Bauwesen – sind fast zeitgleich zwei Schenefeld-Arbeiten entstanden. Den Kontakt zur Uni hatte Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann gesucht.

Katja Hadler hat ihre Masterarbeit zu dem Thema „Zentrum? – Schenefelds geteilte Mitte – Handlungsempfehlungen für die Ortsmitte von Schenefeld“ verfasst. Ihren Untersuchungsgegenstand kannte die 28-Jährige vorher nicht. Was ihr sofort ins Auge sprang: die vierspurige LSE, die Spaltung der Stadt in zwei Teile, das Fehlen eines Kerns. „So etwas habe ich vorher noch in keiner anderen Stadt gesehen“, sagt die junge Frau aus Ahrensburg. 150 Seiten umfasst ihre Abschlussarbeit. Hadler hat sich die Freiheit genommen, die städtebauliche Entwicklung eines Zentrums frei zu denken, frei zu planen – ohne sich durch wirtschaftliche Zwänge einengen zu lassen. Nach der Analyse musste sie zunächst klären, ob diese Stadt überhaupt einen Kern braucht. Am Ende lautete die Antwort Ja. „Aber ich habe lange überlegt“, verrät die 28-Jährige.

Die fehlende Mitte: Die Ausgangssituation hat Hadler als extrem schwierig empfunden. Einkaufszentrum, Wohngebiete, Gewerbegebiete, öffentliche Gebäude bilden den Mischmasch südlich und nördlich der LSE. „Und es gibt keine Anknüpfungspunkte.“ Sie plädiert dafür, das Zentrum einheitlich zu gestalten, um auch optisch deutlich zu machen, was zum Kern gehört. Ein zentraler öffentlicher Platz könnte eine Art Herzstück werden, ein Treffpunkt für die Schenefelder. Ein Kulturzentrum sei denkbar, um Ausstellungen und Veranstaltungen von der Peripherie in die Mitte zu holen. Ein Bürgerhaus, gastronomische Angebote. Vor allem rund um das Areal am Rathaus sieht die künftige Stadtplanerin das größte Entwicklungspotenzial.

Ein elfköpfiges Team hat sich in einer Arbeit mit dem Thema „XFEL – Chancen für Schenefeld durch den neuen Röntgenlaser“ befasst. „Die Schenefelder interessieren sich für dieses Projekt“, sagt die Studentin Beatrix Falk. Das habe eine Umfrage in Schenefeld ergeben. Schwerpunktmäßig hat sich die Gruppe mit der Machbarkeitsstudie für ein Science Center – Kosten: zirka 14 Millionen Euro – beziehungsweise für ein Besucherzentrum – Kosten: zirka sechs Millionen Euro – auseinander gesetzt, die im Mai 2015 präsentiert wurde. Die Bachelor-Studenten kommen zu einem klaren Ergebnis. „Für Schenefeld wäre das Science Center die sinnvollste Lösung“, sagt Lukas Behrend. Denn ein Besucherzentrum spreche vor allem ein Fachpublikum an. Das Science Center würde die wissenschaftliche Forschungsanlage für ein breites Publikum öffnen. Laut Machbarkeitsstudie würden bis zu 150.000 Besucher pro Jahr an der Holzkoppel erwartet – und von denen würde auch die Stadt Schenefeld profitieren.

Die Studenten der HafenCity Universität werden ihre Arbeiten am Donnerstag, 12. November, ab 18 Uhr im Rathaus am Holstenplatz der Öffentlichkeit vorstellen. Sie  werden im Anschluss auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. 

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen