zur Navigation springen

Unterkunft für 230 Flüchtlinge geplant : Schenefeld setzt auf einen Neubau

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefelds Verwaltung schlägt eine zentrale, dreigeschossige Einheit im Gewerbegebiet Osterbrooksweg vor. Die Kosten sollen bei 2,1 Millionen Euro liegen.

Schenefeld | Immer mehr Flüchtlinge, aber kaum noch Wohnraum: Die Stadt Schenefeld muss reagieren. Im Gewerbegebiet am Osterbrooksweg soll jetzt eine zentrale Flüchtlingsunterkunft für bis zu 230 Flüchtlinge gebaut werden. Die Kosten liegen bei zirka 2,1 Millionen Euro. Zwei Standorte auf dem ehemaligen Spar-Parkplatz kommen in Frage. Die Bauzeit soll drei Monate betragen. Die Politik entscheidet.

Nein, dieser Vorstoß kommt angesichts der dramatischen Entwicklung bei den Flüchtlingszahlen nicht überraschend. Auch die Stadt Schenefeld setzt in Zukunft auf zentrale Unterkünfte, um die Menschen aus Syrien, Albanien, dem Kosovo, Eritrea, Afghanistan, Iran, Irak, Mazedonien, Russland und der Türkei unterzubringen. „Es gibt keine Tabus mehr. Alles wird geprüft“, betonte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof.

Die Stadt schlägt konkret vor, eine Flüchtlingsunterkunft im Gewerbegebiet am Osterbrooksweg für bis zu 230 Menschen neu zu bauen. Die Kosten belaufen sich auf zirka 2,1 Millionen Euro. Der Standort: Schenefeld möchte den ehemaligen Spar-Parkplatz nutzen, den die Stadt erst vor wenigen Wochen von der IVG Immobilien für 1,9 Millionen Euro gekauft hat. Dort soll innerhalb von einem Jahr eine Gewerbegebiet entstehen, um neue Firmen ansiedeln zu können.

Im Bereich Hasselbinnen gibt es ein freies Grundstück, auf dem die Flüchtlingsunterkunft relativ schnell hochgezogen werden könnte. Das Areal ist 2200 Quadratmeter groß. Das Gebäude soll in Fertigbauweise innerhalb von drei Monaten gebaut werden. In dem dreigeschossigen Trakt wird es neben den Schlaf- und Sanitärräumen auch Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräume geben.

Zurzeit befindet sich auf dem fraglichen Areal ein Wald. Die untere Forstbehörde müsste der Abholzung zustimmen, die Stadt an anderer Stelle für Baumersatz sorgen. Die Alternative zum Hasselbinnen wäre ein Teilbereich der Parkplatzfläche, die direkt an den Osterbrooksweg grenzt. Problem hier: Im Untergrund schlummert eine Mülldeponie, von der niemand so recht weiß, was damals im Erdreich alles entsorgt wurde. Eine Wohnbebauung müsste die zuständige Aufsichtsbehörde des Kreises Pinneberg genehmigen.

______________________________
„Wenn die Entscheidung über einen Standort
gefallen ist, werden die
Bürger und Firmen im Umfeld gezielt und 
umfassend informiert.“

Christiane Küchenhof
Bürgermeisterin
______________________________

Eine Entscheidung über die zentrale Flüchtlingsunterkunft soll schon am Dienstag, 22. September, im Hauptausschuss fallen. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus am Holstenplatz.

Mehr als 200 Menschen haben bisher in Schenefeld ein neues Zuhause gefunden. Monatelang war es der Stadt gelungen, die Menschen dezentral unterzubringen. Das war auch ausdrücklicher Wunsch der Politik. Doch die Kapazitäten an Wohnraum sind nahezu erschöpft. Schenefeld muss – wie andere Kommunen auch – Woche für Woche mit mindestens zehn neuen Flüchtlingen rechnen.

Eine erste größere Wohneinheit wird in den kommenden Wochen im alten Postgebäude am Heisterweg entstehen. Das Obergeschoss wird umgebaut, um dort Flüchtlinge unterbringen zu können.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 15.Sep.2015 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert