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Kinderbetreuung : Schenefeld setzt auf die Containerlösung

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die Stadt plant weitere Plätze für Grundschüler ein. Allein im Einzugsbereich der Gorch-Fock-Grundschule stehen 40 Jungen und Mädchen auf der Warteliste.

Schenefeld | 54 Jungen und Mädchen stehen auf der Warteliste. Die Antwort der Stadt: Noch mehr Container, um die Betreuung von Grundschülern auch nach Unterrichtsschluss zu gewährleisten. Der Schulausschuss hat sich dafür ausgesprochen, vier Containermodule an der Gorch-Fock-Schule aufzustellen. Die Zeit drängt: Schon zum kommenden Schuljahr soll die Betreuung anlaufen. Mit der „Rasselbande“ soll über die Trägerschaft verhandelt werden.

Allein im Einzugsbereich der Gorch-Fock-Grundschule stehen 40 Jungen und Mädchen auf der Warteliste, für die es zurzeit keinen Platz gibt. In der Altgemeinde sind es 14 Kinder. Dort könnten Räume der benachbarten Volkshochschule genutzt werden. Ein innerstädtischer Verdrängungswettbewerb. Denn die VHS müsste wiederum mit Angeboten in Schulen und ins Rathaus ausweichen.

Zurzeit werden in der Stadt nach dem Unterricht 243 Jungen und Mädchen betreut. Der Bedarf in Schenefeld steigt und steigt – und die Stadt versucht irgendwie nachzusteuern, Schritt zu halten. Die Gorch-Fock-Schule wird dabei mehr und mehr zur Container-Schule. Zwei Betreuungscontainer gibt es schon. Jetzt folgen weitere. Eine Übergangslösung, keine Dauerlösung: In diesem Punkt ist sich die Politik einig. „Wir müssen den Betonmischer anschmeißen“, betonte Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz – will heißen: Die Stadt muss anbauen, umbauen, neu bauen, wenn sie langfristig eine Lösung finden will und nicht weiter „Flickwerke erstellen möchte“, wie SPD-Fraktionschef Nils Wieruch erklärte.

Die Suche nach der richtigen Betreuungsstrategie – sie ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Idee der offenen Ganztagsschulen ist zwar nicht tot. Doch das Projekt, das mit so viel Euphorie 2015 angegangen wurde, ist gestoppt worden. Der Starttermin im Jahr 2017 ist vom Tisch. „Wir wollen uns mehr Zeit nehmen, wirklich gründlich planen“, sagte Katrin von Ahn-Fecken (CDU). An der Einführung der offenen Ganztagsschule hängt was dran – und zwar ein Rechtsanspruch auf Betreuung. Beide Schulen würden auch eine Mensa benötigen.

Ist ein anderer Weg möglich?

Schenefelds Schulamtschef Axel Hedergott gab einen Fingerzeig für einen anderen Weg. „Nachmittags stehen die Räume in den Grundschulen leer. Warum kaufen wir Container?“ Diese Diskussion ist nicht neu. Bisher gab es dafür keine Mehrheit – auch weil die Schulen diese Lösung nicht präferierten. Doch Susanne Broese (CDU) pflichtete Hedergott bei. „Das lässt sich regeln. Wir müssen die Konzepte ändern. Das ist besser als den Schulhof mit Containern zu bepflastern.“ Räume in den Schulen nutzen: Da gehen auch die Grünen mit – wenn die Lösung eingebunden wird in den Aufbau offener Ganztagsschulen.

Und noch eine Option brachte Hedergott ins Spiel: den Neubau einer Grundschule in Schenefeld. Er erklärte, dass auch immer mehr Flüchtlingskinder von anerkannten Asylbewerbern nach Schenefeld kommen werden. „Die Nachzugsphase beginnt.“ Die Raumkapazitäten an beiden Grundschulen sind nahezu ausgeschöpft. Im Moment sieht es so aus, dass auch an der Grundschule Altgemeinde nach den Sommerferien vier erste Klassen eingeschult werden.

Betreuungsplätze für Grundschüler: Der Handlungsdruck wird immer größer. Den richtigen Weg für Schenefeld soll jetzt eine Lenkungsgruppe finden, die eingerichtet wird. Container dürfen nur eine Übergangslösung sein. „Das galt auch damals, als man sich für diese Lösung an der Gorch-Fock-Schule entschied“, erinnerte Hedergott. Die Container stehen dort seit Jahren.

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erstellt am 03.Mär.2016 | 16:15 Uhr

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