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Blankeneser Chaussee : Schenefeld scheitert mit Tempo-30-Vorstoß

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

30 auf der Blankeneser Chaussee: Auch Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) kann Schenefeld nicht helfen. Die Stadt stellt einen neuen Antrag.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Schenefeld | „Ich habe kein Tempo-30-Schild mitgebracht.“ Der Satz von Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) ist für Schenefeld ernüchternd. Der Vorstoß der Stadt, endlich auf der Blankeneser Chaussee in Höhe der Grundschule Altgemeinde die Geschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer zu verringern, ist mal wieder gescheitert. „Auch ein Minister kann nicht zaubern“, sagte Meyer, der gestern mit Schenefelds Bürgermeisterin Christiane Küchenhof die Verkehrsproblematik an der Landesstraße erörterte.

Meyer verwies auf den Schulwegerlass aus dem Jahr 2005. Danach ist es nur in Ausnahmefällen möglich, Tempo 30 vor Schulen anzuordnen, wenn bereits – wie in Schenefeld – eine Ampel als sichere Querungshilfe vorhanden ist. Doch Meyer sicherte gestern zu, genau diesen Erlass einer kritischen Überprüfung zu unterziehen. Denn Schenefeld sei kein Einzelfall. Auch in anderen Kommunen sei beim Thema Schulwegsicherheit Bewegung. Meyer kann sich vorstellen, das Verfahren umzukehren, Tempo 30 zum Regelfall vor Schulen zu machen und nur in Ausnahmefällen Tempo 50 zu erlauben. Der Schulwegerlass könnte in diese Richtung geändert werden. Zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für Schenefeld.

Zuletzt hatte die Verkehrsbehörde des Kreises im Jahr 2011 Schenefelds erwünschte Tempodrosselung abgeschmettert. Die Vorgaben für eine Ausnahmegenehmigung waren nicht erfüllt. Die Stadt lässt trotzdem nicht locker. Laut Küchenhof wird jetzt ein neuer Antrag gestellt.

Meyer räumte ein, dass es aus seiner Sicht wünschenswert wäre, wenn eine Stadt wie Schenefeld in Absprache mit dem Land selbst eine Entscheidung für die Blankeneser Chaussee treffen könnte. „Wenn Schenefeld mehr als 20.000 Einwohner hätte, wäre das auch möglich“, betonte Meyer. Er verwies auf die Nachbarstadt Wedel, wo auf der Bundesstraße 431 nachts Tempo 30 durchgesetzt wurde – aus Lärmminderungsgründen.

Die hat Schenefeld auch für die Blankeneser Chaussee ins Feld geführt. Denn im Lärmaktionsplan wurde die Landesstraße als einer der Lärmbrennpunkte in der Stadt ausgemacht. Tempo 30 könnte die Belästigung vor allem in den Nachtstunden absenken. Doch auch in diesem Punkt dämpfte der Verkehrsminister Schenefelder Begehrlichkeiten. Die Blankeneser Chaussee sei eine Durchfahrtsstraße, diese Funktion müsse sie auch erfüllen. „Aber wir gucken uns die Zahlen noch einmal an und schauen dann, welche Möglichkeiten existieren“, versprach der Minister.

Tempo 30, um die Sicherheit zu erhöhen. Tempo 30, um die Lärmbelästigungen für die Bürger erträglicher zu gestalten: Schenefeld warf alles in die Waagschale. Geholfen hat es nicht.

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