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Schenefelder Tageblatt

18. August 2017 | 13:11 Uhr

Einwohnerzahl : Schenefeld kratzt an 19.000

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Schenefeld hat 18.949 Einwohner – sagt die Stadt. Das Statistikamt Nord geht aber von deutlich weniger Bürgern aus.

Schenefeld | Für Melf Kayser steht fest, wohin die Bevölkerungsreise in Schenefeld geht. „In Richtung 20.000“, sagt der Bürochef im Rathaus. An der 19.000er-Marke kratzt die Stadt bereits – und zwar mit Macht. 18.949 Einwohner lebten zum Stichtag 1. April in Schenefeld. Das jedenfalls ist die offizielle Zahl, von der Schenefeld ausgeht. Sie basiert auf den Daten aus dem Einwohnermeldeamt.

Das Statistikamt Nord geht allerdings von deutlich weniger Schenefeldern aus. Zum 30. September 2013 lag die Bevölkerungszahl demnach bei 18.619 Bürgern.

Der Streit um die richtige Zahl: Er tobt seit die Ergebnisse der Volkszählung im Juni 2013 veröffentlicht wurden. Schenefeld verlor auf einen Schlag 365 Einwohner, immerhin zwei Prozent seiner Bürger. Laut Zensus lebten Mitte Mai 2011 demnach „nur“ 18.197 Einwohner in der Stadt, nicht wie bis dato angenommen 18.562. Doch an den vorgelegten Zensus-Zahlen wurden nicht nur in Schenefeld schnell Zweifel laut. Zahlreiche Städte legten Widerspruch ein, auch Schenefeld. „Die Zensus-Zahlen sind aus unserer Sicht definitiv falsch“, betont Kayser. Von so genannten Karteileichen im Einwohnermeldeamt in einer Größenordnung von 300 Bürgern könne überhaupt keine Rede sein. „Das haben wir jetzt ganz aktuell bei der Versendung der Wahlbenachrichtigungskarten für die Europawahl gesehen“, betont Kayser. Es habe nur wenige Rückläufer gegeben, die nicht zugestellt werden konnten.

In Schenefeld wartet man nun gespannt auf die aktualisierten Zahlen vom Statistikamt Nord, die die Einwohner in Altersgruppen unterteilt. Bei Kita- und Schulkindern hat die Stadt exakte Zahlen vorliegen. Schon im Juni 2013 war für die Verantwortlichen im Rathaus klar, dass die Zensus-Zahlen von den realen Zahlen in diesem Punkt deutlich abweichen. Wenn die „Volkszähler“ die aktuellen Zahlen liefern, soll es ein Gespräch mit dem Statistikamt geben. Erst dann wird Schenefeld seinen Widerspruch auch schriftlich begründen.

Das Widerspruchsverfahren läuft noch. Sollte Schenefelds Einspruch vom Statistikamt abgeschmettert werden, bliebe noch der Gang zum Gericht.

Für Schenefeld geht es nicht nur um die Zuschüsse des Landes, die sich nach den Bevölkerungszahlen richten, sondern auch um eine verlässliche Zahl für die weitere Planung.

20.000 Einwohner: Der Sprung über diese Grenze war bisher ein politisches Tabu: Denn auf Schenefeld würden neue Aufgaben zukommen. Unter anderem wäre die Stadt für die Unterhaltung der beiden Landesstraßen zuständig. Das könnte teuer werden.

Fest steht: So weit weg ist die 20.000 nicht. Am Flaßbarg entstehen zurzeit 145 neue Wohneinheiten. An der Timm-Kröger-Straße sollen 88 Wohneinheiten hochgezogen werden. Durch schon beschlossene Baugebiete könnten in den kommenden Jahren zirka 1000 Einwohner hinzukommen. Doch die Hoheit über die Zahlen liegt nicht bei der Stadt. „Entscheidend ist, was das statistische Landesamt sagt“, betont Kayser.

Anstatt jeden Bürger einzeln zu befragen, hatten sich Bund und Länder darauf verständigt, eine Register gestützte Methode anzuwenden. Das bedeutete, dass bereits vorhandene Verwaltungsregister als Datenquellen genutzt wurden, die in bestimmten Bereichen durch eine Verknüpfung von Vollerhebungen und Stichprobenerhebungen ergänzt wurden.
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erstellt am 06.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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