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DRK : Schenefeld: Kleiderkammer feiert ersten Geburtstag

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Gestern hat das Team der DRK-Kleiderkammer in Schenefeld um Leiterin Roswitha Jürgensen den ersten Geburtstag gefeiert. 200 Kunden hat das Geschäft an der Altonaer Chaussee.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Schenefeld | Kuchen und Kekse für die Erwachsenen, Luftballons für die Kinder: Die DRK-Kleiderkammer an der Altonaer Chaussee in Schenefeld hat gestern seinen ersten Geburtstag gefeiert. 200 Kunden hat die Einrichtung unter der Leitung von Roswitha Jürgensen. Die meisten, die sich ausstatten lassen, sind Flüchtlinge.

So auch gestern Morgen. „Frohes Fest“, sagt ein junger Mann, der gratulieren will. „Es heißt herzlichen Glückwunsch“, korrigiert Jürgensen ihn freundlich. Die deutsche Sprache ist eben nicht gerade einfach. Die Kommunikation läuft aber auch so. Eine junge Mutter sucht sich den passenden Kinderwagen aus. Fünf Euro wird sie dafür bezahlen. Kleidung wird in Tüten berechnet. Eine kleine kostet einen, eine große zwei Euro. „Es geht uns dabei um Wertschätzung“, erläutert Jürgensen. Die Kleiderkammer sei eben kein „Schlaraffenland“. Ihr Fazit nach einem Jahr ist positiv: „Es läuft supergut“, sagt sie.

Grundausstattung für Neuankömmlinge

Wer seine Bedürftigkeit nachweist, bekommt einen Ausweis und kann einkaufen. Viele kämen jede Woche und durchstöberten das Sortiment. Die Kleiderkammer sorgt auch für die Grundausstattung der neu ankommenden Flüchtlinge.

Unter den bereits hier lebenden Flüchtlingen gibt es nach wie vor einen regelrechten Baby-Boom. Für viele gehörten Kinder einfach zum Leben dazu, glaubt Jürgensen. Sie seien bei der Familienplanung unbedarfter. Auffallend sei, wie schnell der Nachwuchs selbstständig ist. Grundschulkinder kämen allein vorbei und kauften für die ganze Familie ein. Einige fungierten auch als Dolmetscher. „Die sind nicht so überbehütet wie einige deutsche Kinder“, merkt Helferin Jutta Michl-Frei an.

Auch das Deutschlernen klappe bei den Jüngsten besonders gut. Aber auch die meisten Erwachsenen geben sich viel Mühe, so Jürgensen. Auch sonst funktioniert die Integration gut. Da sind sich die Helferinnen einig. Viele Kinder seien im Sportverein aktiv oder würden nachmittags im Juks betreut.

„Probleme hatten wir hier noch nie“

Der Umgang zwischen Helfern und Kunden sei höflich, die Atmosphäre harmonisch. „Probleme hatten wir hier noch nie“, sagt die Leiterin. Drei Syrer gehören fest zum Team und helfen regelmäßig aus. Auch gestern haben sie die Räume geschmückt. „Alle sind sehr freundlich und offen.“ Einige kämen auch bei Problemen mit Behörden vorbei. „Das machen wir dann noch so nebenbei“, sagt Jürgensen entspannt. Sie betreut auch privat eine Flüchtlingsfamilie, bringt ihnen Deutsch bei. Entstanden ist die Kleiderkammer aus dem Willkommens-Café im Juks. Alle Helfer waren zuvor bereits dort bei der Flüchtlingshilfe aktiv.

Sie und ihr Team, bestehend aus 17 Ehrenamtlichen, würden sich allerdings über mehr deutsche Kunden freuen. 30 Deutsche stehen in der Kartei. Die Leiterin glaubt, dass sich einige nicht trauen, in die Kleiderkammer zu kommen. „Vielleicht haben sie Berührungsängste. Sie sollen aber wissen, dass wir für alle Bedürftigen da sind – nicht nur für Flüchtlinge.“ Besonders dankbar ist das Team Karin Förster, die die Räume vor einem Jahr kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.

Spenden bekommt die Einrichtung reichlich. „Kleidung wird im Moment nicht benötigt. Unser Lager ist sehr gut gefüllt“, sagt Leiterin Roswitha Jürgensen. Besonders nachgefragt werden derzeit  Wasserkocher, große Töpfe, Geschirr, Besteck, Bettwäsche und Handtücher, Staubsauger und kleine, intakte  Elektrogeräte. Es sei leider schon vorgekommen, dass bei ihnen Elektroschrott abgegeben wurde. Ebenfalls sehr begehrt seien Kinderkarren und Kinderwagen. „Wir haben in dem letzten Jahr bereits etwa 20Kinderwagen und  Kinderkarren ausgegeben“, sagt Jürgensen. Spenden können donnerstags von 16 bis 18 Uhr  in der Altonaer Chaussee 28 abgegeben werden. Bedürftige sind in der Zeit von 11 bis 15 Uhr willkommen.
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