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Interaktive Grafiken : Schenefeld ist aus Sicht der Rettungsdienste gut versorgt

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Starke Beruhigungspillen verteilt - Fristen werden eingehalten. Zeitverluste sind aber nicht auszuschließen. Neue Rettungswache im Raum Halstenbek?

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Unruhe, Unsicherheit, Unmut – und das beim sensiblen Thema Rettungsdienst: Am Dienstagabend eilten gleich vier Verantwortliche des Kreises Pinneberg und der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) nach Schenefeld, um die Wogen im Hauptausschuss zu glätten. Das gelang größtenteils, denn im Gepäck hatten sie starke Beruhigungspillen für Politiker und Bürger. „Schenefeld befindet sich in einer hervorragenden Situation, denn es kann von Hamburg und von Pinneberg aus bedient werden“, betonte Jan Osnabrügge, stellvertretender RKiSH-Geschäftsführer.

Die Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein  wurde 2005 ins Leben gerufen. Eigentümer sind die Kreise Pinneberg, Dithmarschen, Steinburg und Rendsburg-Eckernförde. Im Kreis Pinneberg  gibt es Rettungswachen in Barmstedt, Elmshorn, Pinneberg, Quickborn, Uetersen, Wedel und auf Helgoland. 23 Fahrzeuge  sind im Einsatz.  2005 waren es 16. Die Mitarbeiterzahl im Kreis ist in den vergangenen zehn Jahren von 76 auf 136 gestiegen, die Ausgaben von 8,1 Millionen auf 16,2 Millionen Euro. 2005 lag die Einsatzzahl im  Kreis Pinneberg bei 31278, im Jahr 2015 bei 47034. Laut eines Gutachtens wird die Zahl der Einsätze aufgrund des demografischen Wandels im  Jahr 2025 bei  64500 liegen. Das Durchschnittsalter der transportierten Personen liegt heute bei 65 Jahren.

Hamburg und Pinneberg: Genau in diesem Spannungsfeld liegen aber auch die Schwierigkeiten. Seit 2016 ist nicht mehr Hamburg, sondern der Kreis für den Rettungsdienst in Schenefeld verantwortlich. Das Problem: Weil die Telekom noch nicht alle ISDN-Festnetzanschlüsse umgestellt hat, landen weiter 112-Notrufe in Hamburg und werden zur Leitstelle nach Elmshorn weiter geleitet. Wertvolle Zeit vergeht. Die Umstellung soll bis 2018 abgeschlossen sein. Eine gesetzlich festgelegte Frist ist das aber nicht. In Schenefeld gingen alle Verantwortlichen davon aus, dass die Umstellung bis Ende 2015 abgeschlossen ist. So wurde es auch kommuniziert.

Zeitverluste durch die Weiterleitung sind laut Osnabrügge auch in Zukunft noch möglich. „Wir hatten Hamburg gebeten, den Rettungseinsatz zu disponieren, wenn der Notruf bei ihnen eingeht. Das hat Hamburg aber abgelehnt.“

Trotzdem: Onsabrügge betonte, dass natürlich auch in Schenefeld die gesetzlich vorgeschriebene Zwölf-Minuten-Hilfsfrist eingehalten werde. Zwei Drittel der Schenefelder Notrufe würden schon direkt in Elmshorn eingehen. Er verwies darauf, dass es – wie in der Vergangenheit auch – eine enge Zusammenarbeit mit den Hamburger Kollegen gebe, die Rettungswagen sowohl aus Pinneberg als auch aus Hamburg kämen. „Wir kennen im Rettungsdienst keine politischen Grenzen.“ Osnabrügge sicherte den Schenefeldern zu, dass im Notfall immer „dass zeitlich am schnellsten verfügbare Fahrzeug“ geschickt werde. Und noch eine Info trug zur Beruhigung der Schenefelder Befindlichkeiten bei. Laut Osnabrügge ist die RKiSH aufgrund der steigenden Einsatzzahlen auf der Suche nach einem Standort für eine weitere Rettungswache im Kreis Pinneberg. Schenefeld scheide zwar wegen seiner Randlage aus, der Bereich Halstenbek-Rellingen sei aber im Fokus der RKiSH.

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