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Energieeffizienz-Kommune : Schenefeld: Ein Energie-Vorbild für ganz Deutschland

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

In puncto Klimaschutz und Energieeffizienz übernimmt die Stadt eine Vorreiterrolle. Das Ziel: Den Energieverbrauch um zehn Prozent senken.

Schenefeld | Das war ein großer Moment im Schenefelder Rathaus: Bürgermeisterin Christiane Küchenhof nahm gestern aus den Händen von Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), Michael Müller von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und Hansewerk-Vorstand Udo Bottländer das Zertifikat Energieeffizienz-Kommune entgegen. Nach Magdeburg und Remseck ist Schenefeld damit bundesweit die dritte Kommune, der diese Auszeichnung verliehen wurde.

Die Stadt hatte in den vergangenen drei Jahren ein Energie- und Klimaschutzprogramm erarbeitet und insgesamt 16 Vorhaben auf den Weg gebracht, um bis zum Jahr 2017 die Energiekosten um zehn Prozent zu senken und den Kohlendioxidausstoß um 31 Prozent zu verringern. Schenefeld soll nun deutschlandweit Vorbildcharakter übernehmen. „Schenefeld zeigt jetzt, welchen Beitrag jede einzelne Kommune leisten kann“, sagte  Meyer. Dieses tolle Beispiel in Schleswig-Holstein müsse nun viele Nachahmer finden. Meyer lobte das hohe Engagement aller Verantwortlichen in Schenefeld. Projektpartner waren die Dena und Hansewerk. „Die  Zertifizierung soll uns ein Ansporn sein, diesen Weg auch in Zukunft  weiter zu gehen“, sagte Küchenhof.

Den Bogen von der Weltklimakonferenz in Paris bis nach Schenefeld zu schlagen, fiel Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) nicht schwer. „Die konkrete Umsetzung der Ziele erfolgt vor Ort.“ Wie das Energiesparen gehe, könne jetzt in Schenefeld erlebt werden. „Das ist ein Vorzeigeprojekt für ganz Schleswig-Holstein“, sagte der Minister.

Energieeffizienz-Kommune: Drei Jahre hat die Stadt auf dieses Ziel hingearbeitet, wurde gestern mit der offiziellen Zertifizierung belohnt. „Schenefeld wird nicht das Weltklima retten. Aber wir wollen es verbessern und sind hoffentlich ein Vorbild, das viele Nachahmer finden wird“, betonte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof.

In Schenefeld wurde angepackt

Schenefeld wurde von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) und Hansewerk als Musterkommune ausgesucht – und „hat nicht nur geredet, sondern es angepackt“, wie Hansewerk-Vorstand Udo Bottländer erklärte. In den vergangenen Monaten wurden tausende Daten gesammelt. Ein Energiebericht, ein Leitbild und am Ende ein Energie- und Klimaschutzprogramm wurden erarbeitet. Kein Papiertiger: 16 konkrete Vorhaben will die Stadt bis Ende 2017 umsetzen. „Dann können wir die Heiz- und Elektroenergie um 950 Megawattstunden pro Jahr senken. Das sind zehn Prozent“, sagte Martina Schiller, die das Mammutprojekt im Rathaus von Anfang an koordiniert. Der Kohlendioxidanteil soll um 813 Tonnen pro Jahr gesenkt werden. Das wäre ein Rückgang um 31 Prozent zum Vergleichsjahr 2011/2012.

Ein Vorhaben ist schon umgesetzt: Ab 2016 werden alle städtischen Gebäude und die Straßenbeleuchtung mit Ökostrom versorgt. Zudem geht Schenefeld an die öffentlichen Gebäude ran. Vor allem das Schulzentrum Achter de Weiden als größter Stromfresser soll energetisch saniert werden. Die komplette Straßenbeleuchtung wird auf LED umgestellt. Schenefeld investiert in den Klimaschutz und die Energieeffizienz im ersten Schritt viel Geld – allein die Kellerdeckendämmung am Schulzentrum kostet zirka 800  000 Euro. Doch langfristig sollen sich diese Investitionen finanziell für Schenefeld bezahlt machen. Küchenhof: „Die eingesparten Energiekosten eröffnen der Stadt künftig weitere Handlungsspielräume.“

Vorbild Schenefeld: Die Dena will ihr Energieeffizienz-Modell bundesweit auf den Weg bringen. In den kommenden zwei Jahren sollen Seminare nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern auch in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Bayern angeboten werden. „Wir sind richtig stolz auf das Erreichte“, sagte Schenefelds Bürgermeisterin.

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erstellt am 15.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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