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Abgaben : Schenefeld bleibt ein Paradies für Hunde

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Keine Mehrheit im Finanzausschuss: Die diskutierte Steuererhöhung für Vierbeiner liegt vorerst auf Eis. Nun soll der Rat der Kommune entscheiden.

shz.de von
erstellt am 24.Mär.2016 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Die Stadt Schenefeld bleibt ein Paradies für Hundehalter – vorerst jedenfalls. Die von der SPD auf den Weg gebrachte Erhöhung der Hundesteuer fand am Dienstagabend im Finanzausschuss keine Mehrheit. Einzig die Grünen folgten den Sozialdemokraten bei dem Versuch, eine moderate Anhebung durchzusetzen. CDU, BfB und OfS lehnten höhere Steuern ab. „Mit der Hundesteuer sanieren wir unseren Haushalt nicht,“ betonte Klaus Brüning (CDU).

Alles so lassen wie bisher – das ist mit Rot-Grün nicht zu machen. Eine Entscheidung, wie tief Schenefelds Hundehalter in Zukunft in die Tasche greifen müssen, wird jetzt in der nächsten Sitzung der Ratsversammlung fallen. Dort könnte Rot-Grün mit ihrer Mehrheit eine Erhöhung doch noch durchsetzen.

„Nach so vielen Jahren sollten wir die Hundesteuer anpassen“, sagte Ingrid Pöhland (SPD) – auch mit Blick auf die Steuersätze in den anderen Städten und Gemeinden im Kreis Pinneberg (siehe Grafik). Auch OfS-Ratsherr Dieter Spincke räumte ein, „dass Schenefeld aus dem Rahmen fällt“.

1992 wurde die Hundesteuer zuletzt in Schenefeld erhöht. Pro Jahr zahlen die Hundebesitzer seither 41 Euro für den ersten Hund. In keiner anderen Stadt im Kreis Pinneberg zahlen die Hundehalter weniger. Der Steuersatz in den umliegenden Kommunen liegt im Schnitt bei 85 Euro. Das Land Schleswig-Holstein empfiehlt einen Steuersatz in Höhe von 120 Euro pro Jahr für den ersten Hund.

In Schenefeld sollte der Beitrag jetzt auf 60 Euro im Jahr angehoben werden. Für den zweiten Hund war eine Erhöhung von 71 auf 90 Euro für den dritten von 92 auf 120    geplant. Mehreinnahmen für die Stadt: zirka 18  600 Euro.

Zurzeit sind in Schenefeld 1040 Hunde gemeldet, davon geschätzt acht sogenannte Gefahrhunde. Diese werden in Schenefeld bisher – anders als in anderen Kommunen – nicht mit einer erhöhten „Sondersteuer“ belegt. Das möchte die Stadt auch in Zukunft so beibehalten, weil sie die Einstufung der Kampfhunde als rechtlich angreifbar einstuft. 2014 und 2015 wurde in Schenefeld kein Vierbeiner als „Gefahrhund“ eingestuft“.

Rauf mit der Hundesteuer: Diesen Weg hatten in den vergangenen Jahren viele Kommunen eingeschlagen – Schenefeld hat darauf verzichtet. Und die finanziell paradiesischen Zustände in der Kleinstadt haben sich in der benachbarten Großstadt längst rumgesprochen. Immer mehr Hamburger Hundebesitzer melden ihre Tiere über Freunde und Bekannte in Schenefeld an. Zum Vergleich: In der Hansestadt werden für den ersten Hund 90 Euro fällig, ein Kampfhund schlägt gar mit 600 Euro zu Buche. Mit ihrem Vorstoß wollten die Schenefelder Sozialdemokraten dem Hundetourismus einen Riegel vorschieben.

Die Mitglieder der Fraktion der Grünen sind im Finanzausschuss mit einem Belohnungsansatz gescheitert. Sie machten sich dafür stark, dass Schenefelder Hundehalter, die einen Hundeführerschein vorlegen können, eine Steuerermäßigung in Höhe von 50 Prozent erhalten.

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