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„Grüne IT“ : Schenefeld als bundesweiter Vorreiter

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Beim Thema Energie führt deutschlandweit kein Weg mehr an Schenefeld vorbei. Experten beraten Stadtverwaltung.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 13:00 Uhr

Schenefeld | Kosten sparen und umweltfreundlicher arbeiten: Beim Einsatz der Informationstechnologie (IT) sollen Städte und Gemeinden aus ganz Deutschland von Schenefeld lernen. Gestern fiel im Rathaus der Startschuss für das bundesweite Projekt „GreenITown“. Die Kleinstadt vor den Toren Hamburgs ist eine von acht Modellkommunen, in denen Strategien für einen effizienteren Einsatz von Computersystemen in der Verwaltung erarbeitet  werden. „Die Ergebnisse sollen möglichst gut übertragbar sein“, sagt Projektleiter Steffen Holzmann von der Deutschen Umwelthilfe. Es soll ein Werkzeugkasten entstehen, auf den andere Kommunen zurückgreifen können. Laut Holzmann sind im  IT-Bereich Einsparungen in Höhe von 30 bis 60 Prozent möglich. Schenefeld sei ein wichtiger Baustein für das Projekt. Es wird vom Bundesumweltministerium gefördert.

Der Stadt wird ein externer IT-Experte zur Seite gestellt, der die PC-Systeme überprüft und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. „Für Schenefeld ist das eine schöne Chance, unser Know How zu erweitern“, sagt Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD). Die Stadt ist bereits Energieeffiziente Musterkommune.

Am Arbeitsplatz von Bürgermeisterin Christiane Küchenhof in ihrem Büro im sechsten Stock des Rathauses misst ein kleines Gerät, wie viel Strom PC und Drucker verbrauchen. Am Anfang steht wie immer die Analyse des Ist-Zustandes. Am Ende soll der Energieverbrauch gesenkt, der Wartungsaufwand reduziert und die Umwelt geschont werden. „Grüne“ IT heißt das Zauberwort.

Startschuss fürs grüne IT-Zeitalter

Beim Thema Energie führt an der 18.600 Einwohner zählenden Stadt deutschlandweit zurzeit kein Weg vorbei. Schenefeld ist eine von drei Energieeffizienten Musterkommunen. Noch in diesem Jahr wird die Stadt von der Deutschen Energie Agentur per Zertifikat ausgezeichnet. Seit gestern ist Schenefeld offiziell auch noch eine von acht Modellkommunen für das bundesweite Projekt „GreenITown“. Es gab 20 Bewerber. „Das ergänzt sich wunderbar. Wir können wieder Vorbild für andere Städte sein“, sagte Bürgermeisterin Christiane Küchenhof gestern bei der Vorstellung des Projektes. Die Kosten für die Stadt liegen nur bei 1500 Euro. Den Löwenanteil trägt das Bundesumweltministerium, den Rest die Deutsche Umwelthilfe, die den Anstoß für den Modellversuch gegeben hatte. Der externe IT-Experte Alexander Stech aus Hamburg wird die Systeme prüfen – nicht nur im Rathaus, sondern auch im Bürgerbüro, in der Stadtbücherei, in der Sozialberatung und auf dem Bauhof.

80 Computer, 65 Drucker, sieben Server im „Rechenzentrum“ im Rathaus: Herr über das administrative IT-System ist seit 1992 Reiner Folgmann. „Damals hatten wir vier Computer“, erinnert sich der Experte an die gute alte Zeit zurück. Folgmann bezeichnet das Projekt als „einmalige Chance“. Er wird gemeinsam mit Stech bis Ende 2016 ein Maßnahmenpaket entwickeln. Das reicht vom Austausch älterer Geräte, über die Anschaffung neuer, großer Rechner, bis zum Einsatz von Bewegungsmeldern auf den Toiletten. Alles kommt auf den Prüfstand.

Allein die Stromkosten im Rathaus liegen bei 16  514 Euro im Jahr. Bei einem Verbrauch von 76 Megawatt. Von den Erfahrungen in Schenefeld sollen später bundesweit Städte und Kommunen profitieren. „Die Voraussetzungen und Herausforderungen vor Ort sind typisch für kleine Städte mit einer gewachsenen, heterogenen IT-Landschaft“, sagte Projektleiter Steffen Holzmann von der Deutschen Umwelthilfe. Kollege Robert Spreter betonte, dass das Projekt drauf abziele, „Nachhaltigkeit und Ökologie als zentrales Element der kommunalen IT zu etablieren“. Die „grüne “ IT habe nicht nur einen ökologischen Vorteil, weil Kohlendioxid einspart werde. Sie zahle sich mittel- bis langfristig auch finanziell aus, da sich die administrativen Kosten verringerten.

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