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„Liebe ist einfach ein großer Stoff“ : Salut Salon begeistert mit ihrer Bühnen-Show in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Schenefeld | Frech, humorvoll, virtuos. Das fabelhafte Quartett Salut Salon feierte seine Vorpremiere des neuen Programms „LIEBE“ im ausverkauften Forum. Das Publikum ging mit Bravo-Rufen und viel Zwischenapplaus begeistert mit und belohnte den Tourauftakt nach rund zwei Stunden minutenlang mit stehenden Ovationen.

Wie kaum eine kammermusikalische Formation verbinden Salut Salon in ihren Programmen so brillant klassische Musik mit Tango, Folklore und Schlagern, das alles solistisch atemberaubend, mit leidenschaftlicher Spielfreude, gewürzt mit Charme und Humor. „Liebe ist einfach ein großer Stoff“, meinen Salut Salon. Mit ihrem aktuellen Programm, das von der Liebe in all ihren Extremen handelt, ist dem Quartett ein großer Wurf gelungen. Liebe in all ihren Emotionen, durch alle Epochen hindurch in ein musikalisches Programm zu packen, das noch dazu aufs Allerbeste unterhält, ist eine reife Leistung.

Angelika Bachmann (Geige), Iris Siegfried (Geige), Anne-Monika von Twardowski (Klavier) und Sonja Lena Schmid (Cello) gingen an diesem Mittwochabend fast spielerisch-leicht anmutend über Genre-Grenzen hinweg: Mal ließen Bachmann und Siegfried mit Sergej Prokofiev Romeo und Julia streiten (was mit Geigen wunderbar funktioniert), dann erklang mit dem melancholischen „Regreso al amor“ von Astor Piazzolla ein Stück Tango Nuevo und Angelika Bachmann verzauberte am Bandoneon.

Ein Medley aus Titelmelodien bekannter Krimiserien („Liebe und Wahnsinn gehören zusammen“) riss die Leute ebenso mit wie die schwungvollen, russischen Volksweisen, die sich natürlich alle um das Thema Liebe drehten. Hier kam das Akkordeon zum Einsatz, und die Darbietung wurde mit rhythmischem Klatschen und Bravo-Rufen begleitet.

Salut Salon hat mit „LIEBE“ tatsächlich einen ganz eigenen Kosmos aus Musik von Robert Schumann („Romanze“ – wunderschön interpretiert von Anne-Monika von Twardowski) über Edvard Grieg, Ludwig van Beethoven („Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus der „Zauberflöte“) bis hin zu selbst komponierten Variationen entwickelt. Wie etwa das berührende Liebeslied „Ich hab’ dich viel zu lieb“, auf Plattdeutsch gesungen (von Twardowski) oder in einem Chanson, großartig Angelika Bachmann, in dem es um den tieferen Sinn von Liebe ging: „Wie tief kann man lieben, ohne aufzutauchen?“ Sehr gelungen war auch die Vertonung des Gedichts „Was es ist“ von Erich Fried. An anderer Stelle persiflierte das Ensemble zur Freude des Publikums berühmte Liebeslieder der Popgeschichte mit Songs von Marylin Monroe bis Herbert Grönemeyer. Auch Puppe Oskar hatte im neuen Programm wieder einen großen Auftritt.

Das gesamte Publikum tobte vor Begeisterung und umjubelte die dargebotenen Showeinlagen.
Das gesamte Publikum tobte vor Begeisterung und umjubelte die dargebotenen Showeinlagen. Foto: Margot Rung
 

Die Idee für ihre CD „Carnival Fantasy“ kam den Künstlerinnen 2015 in Paris, der Stadt der Liebe. Dafür erhielten sie den ECHO Klassik 2016 in der Kategorie „Klassik ohne Grenzen“. „Wir waren auf dem Weg zum Konzert und fuhren im Taxi durch die Stadt“, erinnert sich Sonja Lena Schmid, „wie immer mit vier Koffern, zwei Geigen und dem Cello.“ Als eine von ihnen sagte: „Lasst uns einen Abend über die Liebe machen!“, waren alle vier sofort Feuer und Flamme. „Für mich ist die Liebe die Triebfeder schlechthin für kreatives Schaffen“, sagt Iris Siegfried. 19 Monate später spielen Salut Salon in „LIEBE“ musikalisch mit all den Facetten der schönsten Nebensache der Welt und nehmen das Ganze am Ende – wie sollte es anders sein – mit Humor.

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erstellt am 14.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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