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Schenefelder Tageblatt

18. Oktober 2017 | 11:58 Uhr

Schenefeld : Rettungs-Wirrwarr sorgt für Unmut

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Umstellung aller Schenefelder Festnetzanschlüsse kann laut Kreis noch bis 2018 dauern. Notrufe landen weiter auch in Hamburg.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2016 | 16:30 Uhr

Schenefeld | Seit Beginn dieses Jahres kommen die Rettungswagen für Schenefeld nicht mehr aus Hamburg, sondern aus Pinneberg. Es geht um Minuten. Manchmal sogar um Leben und Tod. Deshalb sorgte die Information eines Schenefelder Bürgers aus der Klaus-Groth-Straße für Irritation und Aufregung. Denn der landete mit seinem Notruf nicht bei der Leitstelle in Elmshorn, sondern in Hamburg und wurde von dort – so wie früher – nach Elmshorn weitergeleitet. Wertvolle Zeit ging verloren.

Kann nicht sein, dachten sich die Verantwortlichen im Rathaus. „Wir hatten die Information bekommen, dass alle Anrufe auch mit Hamburger Vorwahl direkt in Elmshorn landen“, betont Schenefelds Bürochef Melf Kayser. Deshalb ging er davon aus, dass die Umstellung durch die Telekom für Schenefeld längst abgeschlossen sei.

Dem ist nicht so. „Die Umstellung erfolgt laufend“, betonte gestern auf Nachfrage Kreis-Pressesprecher Oliver Carstens. Aus technischen Gründen könne es noch bis zum Jahr 2018 dauern bis wirklich alle Schenefelder Festnetzanschlüsse umgestellt worden seien.

Das hatte nicht nur Kayser, sondern auch die besorgten Schenefelder im März 2015 anders verstanden, als die Pinneberger ihr Rettungskonzept für Schenefeld im Hauptausschuss vorgestellt hatten. Spätestens ab 2016 sollten alle Anrufe in Elmshorn landen. „Zeitverluste sollten verhindert werden“, betont Kayser – und auch die fatale Möglichkeit, dass ein Rettungswagen nicht in die Bogenstraße nach Schenefeld, sondern in die Bogenstraße nach Hamburg fährt.

Die Zwölf-Minuten-Frist

Zeit als entscheidender Faktor: Die Pinneberger sicherten 2015 zu, dass in 90 Prozent aller Notfälle in Schenefeld die gesetzlich vorgeschriebene Zwölf-Minuten-Frist eingehalten werde. Ein Rettungswagen wurde in Schenefeld nicht stationiert, dafür die Pinneberger Flotte aufgestockt. Die Hamburger Retter helfen in Schenefeld aus – und waren 2015 verdammt fix. Nach Informationen unserer Zeitung brauchten sie im Durchschnitt 7,42 Minuten bis zum Einsatzort. Zwischen 1. Januar und dem 30. September waren die Hamburger dabei 662 Mal mit dem Rettungswagen in Schenefeld im Einsatz.

Die Pinnebeger Einsatzkräfte absolvierten in Schenefeld im vergangenen Jahr 1627 Einsätze. Die Zahl hat sich im Vergleich zu 2014 fast verdoppelt. Der Anteil der Feuerwehr Hamburg ist von 1348 auf 899 Einsätze zurückgegangen. Einen Durchschnittswert, wie schnell die Pinneberger vor Ort in Schenefeld waren, gibt es laut Carstens nicht. Wie viele Schenefelder Telefonanschlüsse bisher schon umgestellt wurden, konnte Carstens gestern nicht sagen.

Rettungsdienst: Der Kreis Pinneberg hatte den Ende 2015 auslaufenden Vertrag mit der Hansestadt Hamburg auch aus Kostengründen nicht mehr verlängert. Fakt ist: Im Notfall soll in Schenefeld immer das am schnellsten verfügbare Fahrzeug eingesetzt werden – das kann auch 2016 in Hamburg losfahren.

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