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Schenefeld : Retter kommen ab 2016 aus Pinneberg

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Rettungsdienst: Der Kreis verlängert den Vertrag mit Hamburg nicht.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Diese Nachricht sorgte für Unruhe und Besorgnis in Schenefeld. Ab 2016 werden die Rettungswagen in einem Notfall nicht mehr aus dem benachbarten Hamburg kommen, sondern aus Pinneberg. Denn der Kreis hat den Ende dieses Jahres auslaufenden Vertrag mit der Hansestadt Hamburg nicht mehr verlängert.

Seit 2004 war der Hamburger Rettungsdienst für das Schenefelder Stadtgebiet verantwortlich. Denn wer bisher in Schenefeld die 112 wählte, landete automatisch in der Hamburger Einsatzzentrale.

Damit ist es jetzt vorbei: „Der Vertrag ist im übrigen auch deshalb gekündigt, weil durch die beinahe abgeschlossene technische Umstellung von Mobilfunk- und Festnetzanbietern inzwischen fast alle Notrufe aus Schenefeld mit der 040-Vorwahl nicht mehr in Hamburg einlaufen, sondern in der Rettungsleitstelle in Elmshorn“, betont Kreissprecher Oliver Carstens. Die komplette Umstellung soll laut Carstens noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Die gesetzliche Frist für die Telekommunikationsanbieter läuft offiziell erst Ende 2018 aus. Es geht nur um das Festnetz. Wird der Notruf über Handy abgesetzt – das ist in 60 Prozent der Anrufe bereits der Fall – wird der Anrufer direkt mit der Einsatzstelle in Elmshorn verbunden. „Bei einem Anruf aus dem Schenefelder Festnetz könnte es eine Verzögerung von zwei Minuten geben, wenn die technische Umstellung bis 2016 noch nicht abgeschlossen ist“, betont Schenefelds Bürochef Melf Kayser.

Schnelle Hilfe, wenn es um jede Minute geht. Schenefelds Bürgermeisterin Christien Küchenhof hat sich umgehend mit Michael Reis, Geschäftsführer der Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), in Verbindung gesetzt – und sie kann alle Schenefelder beruhigen. „Herr Reis hat versichert, dass auch in Zukunft ein Rettungswagen innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Zwölf-Minuten-Frist in Schenefeld sein wird.“ Ab 2016 wird die Rettungswache in Pinneberg-Süd für Schenefeld zuständig sein.

Für die RKiSH ist Schenefeld kein unbekanntes Terrain. Laut Reis hat es im Jahr 2014 bereits 1000 Einsätze der Pinneberger Retter gegeben – in denen die gesetzlichen Fristen eingehalten wurden. Trotzdem: Schenefelds Bürgermeisterin mahnt zur Wachsamkeit: „Wir werden das Thema sehr aufmerksam verfolgen.“

Hamburg und Schleswig-Holstein: Rettungsmauern gibt es da nicht. „Selbstverständlich wird auch weiterhin in einem Notfall das nächstgelegene geeignete Hilfsmittel geschickt. Dies kann dann natürlich auch mal ein Hamburger Rettungswagen sein, umgekehrt helfen wir ja auch den Hamburgern mal aus“, sagt Carstens.

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