Mit Video : Rehe fressen Schenefelder Garten leer

Das Reh holt sich einen Snack vom Apfelbaum. Mittlerweile sind einige der dicken Äste beschädigt.
Das Reh holt sich einen Snack vom Apfelbaum. Mittlerweile sind einige der dicken Äste beschädigt.

Bei einem Schenefelder Ehepaar fühlen sich eine Ricke und zwei Kitze im Garten heimisch. Pflanzen haben stark gelitten.

shz.de von
08. August 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld | Sie haben braune Augen, sehen hübsch aus und lassen die Herzen von Tierfreunden höher schlagen: Rehe. Nicht so herzallerliebst sind die Vierbeiner allerdings, wenn sie die Rosenbeete leerfressen, den Apfelbaum beschädigen, frische Triebe vertilgen, Pflanzen zerstören, weil sie sich auf ihnen ausruhen – so wie im Garten von Lothar und Volena Wilde aus Schenefeld.

Grün ist ihr hübsch angelegter Garten an der Blankeneser Chaussee zwar weiterhin – allerdings ist von den Blüten an den meisten Stellen nur noch wenig zu sehen. Denn Rehe sind Feinschmecker und fressen Rosenblüten besonders gern.

Ihr Verhältnis zu den Rehen ist ambivalent: Volena und Lothar Wilde.
Tanja Plock
Ihr Verhältnis zu den Rehen ist ambivalent: Volena und Lothar Wilde.
 

Auch wenn das Ehepaar die Tiere niedlich findet, würden sie gern etwas tun, um die Besucher zu vertreiben. Morgens kommt die Ricke mit ihren beiden Kitzen regelmäßig vorbei. Dann lässt sie ihre Jungtiere teilweise allein zurück bis sie später am Tag zurückkehrt. So hat sich seit zwei Jahren der Garten zu einer unfreiwilligen Reh-Kita entwickelt.

Das Verhältnis zu den Tieren sei „ambivalent“, bringt es Lothar Wilde auf den Punkt. „An sich gefallen uns die Tiere sehr.“ Auch seine Frau mag die Gartenbewohner. „Wir lieben die Natur. Im Winter kommt immer ein Fasan vorbei. Aber, dass die Tiere uns alles wegfressen stört mich schon.“ Ein Zaun sei für sie keine Lösung. Das Gelände sei zu groß dafür.

Eine Ricke säugt ihr Kitz im Garten.
Volena Wilde
Eine Ricke säugt ihr Kitz im Garten.
 

Allerdings wäre das zumindest laut dem zuständigen Hegeringsleiter Christian Schadendorf die beste Möglichkeit, um die Pflanzenwelt im eigenen Garten zu schützen. „Die Rehe finden in der Feldflur kaum noch Nahrung, zuletzt auch wegen der Trockenheit“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft Pinneberg. „Daher ziehen sie in die Gärten. Sie brauchen derzeit viel Energie, denn die Ricken säugen ihre Kitze noch und gleichzeitig ist jetzt Brunftzeit, in der die Böcke viel unterwegs sind“, führt er aus.

Die einzig wirklich nachhaltige Methode, Rehe aus dem Garten zu halten, sei daher eine Einzäunung mit Maschendraht oder Viereckgeflecht – mindestens eineinhalb Meter hoch. Eine Bejagung verbiete sich wegen der Nähe zur Besiedlung. Mit Lärm könne man sie vertreiben – aber nur kurzfristig. Wenn es ruhig wird, besonders nachts oder früh morgens, kämen sie wieder. Vogelscheuchen helfen übrigens nicht – daran gewöhnen sie sich sofort.
 

So halten Sie Rehe aus dem Garten fern:

Die beste Methode, um Rehe aus dem Garten fernzuhalten, ist ein 1,50 Meter hoher  Zaun, über den die Rehe nicht springen können. Durch Hecken können Tiere sich teilweise durchgraben. Es wird auch damit geworben, alte CDs in die Pflanzen zu hängen. Das soll die Tiere blenden. Einen ähnlichen Effekt haben Bewegungsmelder mit Flutlicht. Im Handel gibt es eine weitere Alternative: einen Wildschreck. Dies ist ein Bewegungsmelder, der grelle Töne, Ultraschall oder Blitze bei Bewegung ausgibt und die Tiere verschreckt. Möglich wäre es auch, Absperrbänder um den Garten herumzuspannen. Allerdings ist darauf zu achten, dass sich die Rehe nicht in dem Band verheddern können.

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