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Sirtaki in stabiler Saitenlage : „Queenz of Piano“ in Schenefeld

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Die „Queenz of Piano“ zeigen vor 200 Besuchern im ausverkauften Juks die ganze Bandbreite ihres Könnens.

Schenefeld | Sofern es denn beim glorreichen Auftritt eines Damen-Duos am Piano einen „Mann des Abends“ geben kann, war das ganz klar Uwe. Denn der Zuschauer aus Reihe eins, der neben 199 weiteren Gästen ins ausverkaufte Juks geeilt war, um sich nicht das Stelldichein der charmanten Alleskönnerinnen von „Queenz of Piano“ entgehen zu lassen, war von den beiden Protagonistinnen bereits kurz nach Betreten der Bühne ganz unfreiwillig als „Mitwirkender“ auserwählt worden.

Uwe musste wohl oder übel in den mehr als 120 Minuten Programmdauer so manches Mal den ein oder anderen „verbalen Spielball“ der kessen Künstlerinnen annehmen. Doch auch ohne den Tapferen wäre das Publikum am Ende des Auftrittes von Jennifer Rüth und Anne Folger sicher genauso „hellauf begeistert“ gewesen.

Unter dem Motto „Tastenspiele“ gelang den unterhaltsamen Musikerinnen mit ihrer Mischung aus rasanter Spieltechnik, akrobatischen Fähigkeiten und kabarettistischem Talent ein einzigartiges Gesamtkunstwerk auf zwei Ebenen. Nämlich die brillante Verbindung aus Musik und Humor nebst einem furiosen Grenzgang zwischen Klassik und Pop an zwei Flügeln. „Da mag man sich zu Hause ja gar nicht mehr selbst ans Klavier setzen“, schallte es bereits zur Pause aus den Reihen der Besucher, die mit bloßem Auge ja fast gar nicht mehr erkennen konnten, in welchem Eiltempo die beiden Ladys ihre beweglichen Finger gekonnt über die Tasten strichen.

Und ihr Publikum so richtig verdutzten, als sie unter Beweis stellten, was an einem Flügel noch so alles geht. Denn: Mit Percussion, gezupften Saiten sowie rockigen Riffs erzeugten die „Queenz“ unter Zuhilfenahme von Gegenständen wie Plastikdeckeln oder Ketten Töne, die an Waschbrett, Zither, Gitarre, japanische Koto, Bongo oder Bouzouki erinnerten.

Ungeahnte Möglichkeiten

Da eröffneten sich doch musikalisch ungeahnte Möglichkeiten: Lässige Filmmelodien, coole „James-Bond“-Grooves, feurige Samba-Hits oder dramatische Klassikstücke wie Aram Chatschaturians „Säbeltanz“ brachten die Zuschauer in Wallung. Abgerundet wurde das fetzige, feurige, jazzige, poppige, von laut bis leise vorgetragene Wirken der vielfach ausgezeichneten Künstlerinnen durch ihre spitzzüngigen Dialoge und sportlichen Show-Einlagen. Wie beim Pianospielen in Rückenlage oder in ihrer Liebeserklärung ans Klavier: „Trotz Holzbein und großer Klappe“.

„Zugabe, Zugabe“ forderten die Fans nach all dem Tanzen, Schnipsen, Trommeln. Nach bayerischem Kauderwelsch, leidenschaftlichem Astor-Piazzolla-Tango, griechischem Sirtaki, einem Trauermarsch in Partyversion oder der belustigenden „Sparversion“ des Türkischen Marsches von Mozart. So ging am Ende der Reise auch noch der Mond auf. Natürlich mehrsprachig und im Rhythmus unterschiedlichster Völker. Alles in „stabiler Saitenlage“. Leicht und locker. Und ganz ohne langwierige Operationen.

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erstellt am 23.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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