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Schenefeld : „Privatkrieg“ gegen den Ordnungsamtschef

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Ehemaliger CDU-Ratsherr aus Schenefeld nutzt Internetseite der CDU für Frontalangriff auf Verwaltungsangestellten.

Schenefeld | Es ist ein Frontalangriff. Frank Lange, der ehemalige CDU-Ratsherr spricht nicht im Namen der CDU-Fraktion – wie er ausdrücklich betont. Er hat der Partei vor einem Jahr schließlich den Rücken gekehrt. Aber für seinen „Privatkrieg“ nutzt er die offizielle Internetseite der CDU. Und Lange besteht darauf, weiterhin bürgerliches Mitglied der Schenefelder CDU zu sein, obwohl er in keinem einzigen Ausschuss die Interessen der CDU vertritt. Das schreibt die Gemeindeordnung aber vor.

Frank Lange, der den Internetauftritt der CDU betreut, kämpft vor allem Online – mit Worten. Sein erklärter Gegner: Axel Hedergott, seit 2011 Führungskraft im Schenefelder Rathaus, verantwortlich für Schule, Sport, Kultur, Soziales, Jugend und Chef des Ordnungsamtes. Ein Schwergewicht in der Verwaltung. Er führt den größten Fachbereich.

Die Worte, die Lange da abfeuert, treffen. Im Fall „AfD-Plakate“ (siehe Extrakasten) schießt er aus allen Rohren: Hedergott führe sich in Schenefeld auf wie ein Fürst. Er zeichne sich durch Arroganz und Überheblichkeit aus. Er mache sich wichtig. Es dränge ihn in die Zeitungsspalten. Er habe einem Schenefelder Hoffnungsträger im Rathaus den erhofften Job weggeschnappt. Er sei der falsche Mann am falschen Ort. Ja, Lange wühlt auch in der Vergangenheit, um Hedergott öffentlich zu diskreditieren. Er erhob sich schon 2011 als CDU-Ratsherr zum Hedergott-Kritiker, als die Leitungsstelle im Rathaus zu besetzen war. Sein vernichtendes Urteil: Nicht die Qualifikation, sondern allein das SPD-Parteibuch habe Hedergott den Job verschafft.

Lange hält die Hedergott-Hetze am Kochen. In einem offenen Brief an Bürgermeisterin Christiane Küchenhof – ebenfalls kurzfristig auf der Internetseite der CDU veröffentlicht – wirft er Hedergott selbstherrliches Verhalten vor. Dieser Mann führe sich in Schenefelds Straßen wie ein Sheriff auf, agiere nach dem Motto „Erst schießen, dann fragen“.

Beifall von AfD-Kandidatin

Langes Attacken auf der Internetseite der Schenefelder CDU bleiben nicht ohne Wirkung. Der Angreifer erntet Beifall. Die Claqueure fallen in Kommentaren über Hedergott her. Auch auf der Internetseite von AfD-Kandidatin Karina Weber wird Schenefelds Führungskraft von den Kommentatoren in der Luft zerrissen.

Schenefelds Bürgermeisterin stellt sich schützend vor ihren Mitarbeiter. Sie spricht von einem ganz schlechten politischen Stil. „Es würde der CDU gut zu Gesicht stehen, sich von den ehrverletzenden Äußerungen des Herrn Lange eindeutig zu distanzieren.“ Der Internetbeitrag samt Kommentaren sollten umgehend entfernt werden. Sie stehen jetzt seit zehn Tagen auf der CDU-Seite.

Tobias Löffler, CDU-Pressesprecher und stellvertretender Parteichef, betont, dass Lange in seinem Internetbeitrag „Fachbereichsleiter zeigt sei wahres Gesicht“ nur seine persönliche Meinung, nicht die der CDU-Fraktion wiedergegeben habe. Er habe das Recht dazu, weil er als Web-Beauftragter ein benanntes, bürgerliches Mitglied der CDU-Fraktion sei. Ob der Internetbeitrag aus dem Netz entfernt werde, müsse nun entschieden werden.

Eine klare Distanzierung zu Langes Aussagen gibt es von Löffler aber nicht. „Ich kann mir vorstellen, dass es Kollegen gibt, die diese Meinung teilen und andere Kollegen, die dies nicht tun.“

Hedergott selbst kommentiert den „Fall Lange“ nur mit einem einzigen Satz: „Ich kenne diesen Herrn Lange nur vom Sehen und möchte mich zurzeit über ihn und seine Hasstiraden nicht äußern.“

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