Schenefeld : Prioritäten für den Stadtkern

Frank Schlegelmilch stellte seine Analyse vor.
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Frank Schlegelmilch stellte seine Analyse vor.

Bürger vergeben bei Auftaktveranstaltung Prioritätspunkte: Rathausareal, „Stadtzentrum“, LSE und Industriestraße stehen im Fokus.

shz.de von
16. Juli 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | Nein, die vierspurige LSE ist für die Neu-Schenefelderin gar nicht das Problem. Sie lebt seit einem Jahr in der Stadt. „Die Rathausseite und auch der Bereich ums Stadtzentrum sind komplett unattraktiv.“ Absolut öde: Auch das Fazit der nächsten Bürgerin ist eher vernichtend. „Es gibt kein Leben in der Stadt. Das ist gruselig.“ Sie lebt seit zwei Jahren in Schenefeld. Beide Frauen vermissen kleine Cafés, nette Restaurants, gemütliche Plätze mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Das „Stadtzentrum“ werde eher als Festung wahrgenommen.

Das alles soll anders werden. Die Möglichkeiten zeigte Planer Frank Schlegelmilch am Dienstagabend bei der Auftaktveranstaltung für die Bürger im Rathaus auf. 135 Schenefelder strömten in den Ratssaal. Das Thema Stadtkern elektrisiert und die Bürgermeinung ist gefragt. Am Ende der Veranstaltung klebte sich Schenefeld seinen Stadtkern, erklärten die Bürger, welche Bereiche im Untersuchungsgebiet mit Priorität angegangen werden sollen. Die meisten Punkte bekamen:

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  • Das „Stadtzentrum“: Der Einkaufstempel steht im Fokus. Auch in Schlegelmilchs Schwachpunkte-Analyse. Er spricht von einer „Burg“, von einer toten Fassade. „Es funktioniert nur nach Innen.“ Die Treppen führten nirgendwo hin, Wege werden in der Stadt nicht weiter geführt. Eine Öffnung und Integration seien wichtig. Die Eingangsbereiche könnten aufgewertet, Außengastronomie angesiedelt werden. Da nickt auch Center-Managerin Corina Schomaker, die im Publikum sitzt.
  • Das Rathausareal: Im Herzen der Stadt gebe es große Brachflächen. Der Holstenplatz werde nicht angenommen. Die Orientierung sei schwer. Das alte Postgebäude ein Schandfleck. „Da gibt es keine einfachen Lösungen“, sagt der Planer.
  • Industriestraße: Die flachen Gewerbebauten seien nicht attraktiv, der Raum führe zu keiner Stärkung des „Stadtzentrums“.
  • Die LSE: Die Fahrbahnen sind sehr breit. Es gibt keine „Eingangssituation“. Laut Schlegelmilch vertreten viele Bürger die Meinung, dass die Luninezbrücke weg müsse. Ziele könnten sein: Tempo-Reduzierung, schmalere Fahrstreifen, Umgestaltung unter Berücksichtigung, dass es sich um eine Landesstraße handelt.
  • Der Düpenau Grünzug: Für Schlegelmilch eine wichtige Achse, die nach Norden und Süden direkt aus der Stadt ins Grüne herausführt. Aber: Es gibt nicht ausreichende Querungsmöglichkeiten über die LSE. Die Anbindungen und Verbindungen könnten verbessert werden.
  • Die Bürgerwiese: Als Stadtpark für Schlegelmilch gut gestaltet. Die Akzeptanz müsste verbessert werden. Veranstaltungen und Aktivitäten seien ein Ziel.
(Brameshuber, BPW)
(Brameshuber, BPW)
 

Schlegelmilch betonte, dass der Planungsprozess noch völlig offen sei. Er schlug vor, den neuen Stadtkern von den künftigen Funktionen der Gebäude und Flächen zu entwickeln. Und er warnte davor, sich bei diesem großen Projekt von einem einzigen Grundstück oder einem einzigen Eigentümer abhängig zu machen.

Die Eigentümer der betroffenen Grundstücke im Untersuchungsgebiet sollen mit ins  Boot geholt werden. Laut  Schlegelmilch ist eine eigene Veranstaltung geplant. „Einige Eigentümer haben lange nicht investiert.“ Auch für Jugendliche wird es am 18. September eine separate Veranstaltung geben. Am 23. September folgt dann die Bürgerwerkstatt.
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