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Schenefelder Tageblatt

20. November 2017 | 10:47 Uhr

Birkenmord : Polizei sucht den Baumhasser

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Unfassbar: Das Schild war nach wenigen Stunden zerstört. Corina Bülow erstattet bereits die zweite Strafanzeige. Die Nachbarn sollen den Täter kennen.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Schenefeld | Der Baumhasser von der Friedrich-Ebert-Allee – er hat wieder zugeschlagen. Diesmal attackierte er nicht die 90 Jahre alte Birke auf dem Privatgrundstück von Corina Bülow. Er zerstörte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag das Schild, das Bülow erst am Donnerstagmorgen an ihrem Zaun befestigt hatte, um auf die Anschlagsserie öffentlich hinzuweisen. Mit öliger, schwarzer Farbe.

Wie berichtet, wird seit zwei Jahren versucht, den Baum zu töten, zuletzt mit einem Säureanschlag. Bülow hat Strafanzeige erstattet und eine Belohnung im Höhe von 500 Euro ausgesetzt.

Jetzt das Schild: Hat der Täter das Aufhängen beobachtet? Dann müsste er aus dem direkten Umfeld kommen. „Bis 23 Uhr war das Schild unbeschädigt“, sagt Bülow. Sie hat erneut Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstattet. Schenefelds Polizeichef Matthias Lüdke kündigte an, dass seine Kollegen die Nachbarn befragen werden.

Dass der Täter so schnell reagiert, nein, damit hatte auch Bülow nicht gerechnet. Aber sie hatte vorgesorgt. „Ich habe das Schild mit zwei Schlössern gesichert. Sonst wäre es wahrscheinlich sogar verschwunden.“ Die Schenefelderin lässt nicht locker. Sie wird ein neues Schild anbringen. Nicht an ihrem Zaun, sondern auf ihrem Grundstück. Besser geschützt. Bülow geht es vor allem um die Gefährdung der vielen Kinder, Spaziergänger und Hundebesitzer, die den öffentlichen Weg, an dem die 90 Jahre alte und 25 Meter hohe Birke steht, nutzen.

Das macht auch Mathias Schmitz. Der Baumfrevel hat den Grünen-Fraktionschef auf den Plan gerufen. „Baumhasser leben mitten unter uns – überall. Sie sehen den Schatten auf ihrer Terrasse, das Moos auf ihrem Dach, das Laub auf ihrem Rasen. Alles andere ist ihnen egal.“ Schmitz kann sich noch an eine Friedrich-Ebert-Allee ohne Bäume erinnern: „Nackt, kahl und hässlich.“

Er hat die Hoffnung, dass die massive Sachbeschädigung nicht ungestraft bleibt und weitere Baumhasser abhält. „Erschreckend ist das Maß der gezeigten Aggression.“ Schmitz sagt, dass der Täter allen Nachbarn bekannt sei. Die beschädigte Birke falle nicht unter die Baumschutzsatzung der Stadt. Das wollen die Grünen ändern.

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