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Hortplätze in Schenefeld : Politiker unter Druck

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Kita-Gebäude aufstocken, neu bauen oder beides?

shz.de von
erstellt am 07.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Gleich zu Beginn gab es ein dickes Lob von einem engagierten Vater. Er war „sehr zufrieden“, dass Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen, um die dringend benötigten Hortplätze für die Grundschule Altgemeinde zu schaffen. 20 Minuten später wurde am Donnerstagabend im Sozialausschuss dann wieder gezogen – aber nicht an einem Strang und auch nicht in eine Richtung. Ein bestehendes Kita-Gebäude aufstocken, lieber gleich neu bauen – oder vielleicht sogar beides? Das Betreuungs-Karussell dreht sich. Und die Politik ist unter Druck, unter Zeitdruck. Denn die Übergangslösung für 15 Grundschüler im Gebäude der VHS trägt ab August nur für ein Jahr. Das stellte Schulleiterin Eva-Maria Jürgens klar.

Die Aufstock-Idee: Der Hort an der Grundschule bekommt einen ersten Stock. Platz für zwei Gruppen. Flexibel für Hort oder Kindergarten. Der von Bauamtschef Günther Leimert präsentierte Vorschlag lässt sich schnell realisieren. Das Gebäude wurde so gebaut, dass es einfach erweitert werden kann. Doch die Kosten von 350.000 Euro schreckten die Politiker auf. Denn Zuschüsse sind bei diesem „Hochbau“ nicht zu erwarten.

Die Neubau-Idee: vier Gruppen für Hort und Kindergarten schaffen und das Gebäude mit Zuschüssen von Bund und Land hochziehen. Das ist so recht nach dem Geschmack der Politik. Ein Grundstück präsentierte SPD-Ratsfrau Monika Stehr auch gleich – am Sandstückenweg, auf dem Areal auf dem der inzwischen durch einen Bürgerentscheid beerdigte Friedhof geplant war. Doch die hochfliegenden Hoffnungen holte Leimert schnell wieder auf den Boden zurück. „Es handelt sich um eine Ausgleichsfläche und nicht um Bauland.“ Die Planung müsste geändert werden. Die Fertigstellung des Neubaus sieht Leimert bei diesem Verfahren Richtung Sommer 2017. Bei diesem Zeithorizont fiel so manchem Politiker die Kinnlade runter und die Augen weiteten sich ungläubig.

Und dann packte Schenefelds Bauamtschef noch einen drauf. Das städtische Grundstück an der Fünf-Finger-Kreuzung könne sofort in Angriff genommen werden. Offene Ablehnung von Seiten der Politik. „Mit diesem Grundstück sind wir gar nicht glücklich“, formulierte es Stehr noch vorsichtig. Bisher wurde das Areal direkt an Schenefelds größter Kreuzung politisch kategorisch abgelehnt. „Wir bauen keinen Kindergarten auf einer Verkehrsinsel“, sagt Katrin von Ahn-Fecken (CDU).

Doch Leimert steht mit seiner Meinung nicht alleine. „Das unterstützen wir auch“, sagt Sozialamtschef Axel Hedergott. Er machte deutlich, dass die Stadt in jedem Fall den Bedarf für eine weitere Kita sieht – auch wenn sich die Aufstockungsidee am Ende durchsetzt.

Leimert ist überzeugt, alle bestehenden Bedenken gegen die Fläche an der Friedrich-Ebert-Allee auch an diesem Verkehrsknotenpunkt ausräumen zu können. „Das Grundstück hat Potenzial und baulich lässt sich heutzutage viel machen.“ Das Areal, das die Stadt 2012 erworben hat, ist zirka 1000 Quadratmeter groß. Das alte Wohnhaus wurde 2014 abgerissen. Entscheidung vertagt. Die Politiker brauchen mehr Informationen – und einen klaren Kopf zum Entscheiden.

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