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Schenefelder Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:02 Uhr

Politik will Schul-Alternative prüfen

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Gorch-Fock-Schule Mehrheit will Vorschlag der CDU-Fraktion zu Aufteilung in zwei Bauphasen prüfen lassen / Beratung Ende August

Die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Feuerwehr haben ihre sitzungsfreie Zeit im Sommer selbst verkürzt. Nach intensiven Diskussionen entschieden sich die Fraktionen – bei einer Gegenstimme der BfB – dafür, sich noch einmal neue Pläne für den Umbau der Gorch-Fock-Schule vorlegen zu lassen, um möglicherweise unnötige Kosten beim Neubau der geplanten Bewegungsräume und der Mensa zu sparen.

„Wir sehen Beratungsbedarf, weil wir sehr gern kurzfristig den Bauantrag stellen und in das Vergabeverfahren einsteigen würden“, erläuterte Andreas Bothing, Leiter für die Bereiche Planen, Bauen und Umwelt bei der Stadt Schenfeld, den Kernpunkt der Ausschussitzung. Im südlichen Bereich der Gorch-Fock-Schule soll ein Neubau mit 800 Quadratmetern Fläche für sieben Bewegungsräume und eine Mensa entstehen – inklusive Küche. Kosten: 2,33 Millionen Euro. So zumindest sah es die Vorlage der Verwaltung vor, um im Herbst 2018 den Neubau fertigstellen zu können.

„Die Planungen passen nur zu 85 Prozent“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathias Schmitz (Foto, links). Er kritisierte die in der Ausschreibung definierte technische Ausstattung der Räume, die schlechter sei als bei der Sanierung der Bestandsräume. „Wir werden nicht etwas neu bauen, was einen schlechteren Stand hat, als die sanierten Räume“, beruhigte Bothing. Die Ausschreibung sei noch nicht Korrektur gelesen worden. Ein anderer Punkt war für Schmitz nicht verhandelbar. Ein Container für den Spieleverleih „Spiely“: „Wir werden keiner Lösung zustimmen, wo wir in einen Neubau einen Container reinstellen. Damit machen wir uns in der Öffentlichkeit lächerlich.“ Birgit Wehnke, Vorsitzende des Spiely, machte sich allerdings für die Lösung stark, die 18  000 Euro kosten würde – im Vergleich zu etwa 120  000    Euro für ein festes Gebäude: „Wir fühle uns dort wohl und sind flexibler beim Zugang, weil wir nicht durch die Schule müssen.“ Doch auch die anderen Fraktionen sahen die Container nicht als Lösung. Wehnke war ein separater Zugang wichtig. Dieser soll bei einem gemauerten Gebäude bedacht werden.

„Die CDU-Fraktion will die Situatiuon für Schule, Spiely und Rasselbande deutlich verbessern“, sagte Kay Plewnia (CDU, Foto klein, rechts). Derzeit würden 125    Schüler zwischen 12 und 17 Uhr betreut. Er zweifelte, dass zukünftig eine kalkulierte Betreuungsquote von 80    Prozent erreicht werde, auf die die Räume ausgelegt seien. „Es ist wichtig, dass wir den Bauauftrag zum Laufen bringen. Die aktuellen Planungen greifen aber massiv in den Bestand ein“, so Plewnia. Er schlug vor, den Container des Spiely in die Planungen zu integrieren und einen Bewegungsraum am derzeitigen Standort zusätzlich zu schaffen. Die geplanten sieben Bewegungsräume sollten im Bebauungsplan erhalten bleiben, aber nur fünf gebaut werden. „Ich sehe nicht, dass wir jetzt sofort die ganz große Lösung beim Neubau fahren müssen. Sollten wir die beiden Räume brauchen, könnten wir sie in zwei, drei Jahren anbauen“, sagte Plewnia. „Das ist eine charmante Lösung, die wir uns ansehen sollten“, sagte Schmitz. Er sehe Vor- und Nachteile. „Wir haben keine konkreten Bedarfszahlen. Wir hätten aber mit der Lösung vier Jahre Zeit zu sehen, wie es sich entwickelt. Wir haben eine Menge Fragen, aber keine konkreten Antworten. Ist es sinnvoll, zwei Bauabschnitte zu planen? Wie entwickeln sich die Kosten?“, fragte Schmitz. „Wenn wir es ganz toll finden würden, würden wir zustimmen. Wir wollen nicht verzögern oder das Geld nicht ausgeben. Wir wollen den Plan für die Gorch-Fock-Schule so gut wie möglich machen“, sagte Susanne Broese (CDU, Foto unten), Vorsitzende des Ausschusses für Bauen und Feuerwehr.

Für viele Diskussionen sorgte der sogenannte Ranzenraum, in dem die Schüler während der Nachmittagsbetreuung ihre Taschen lagern sollen. „Keine Schule hat einen Ranzenraum. Wir schon. Dann soll es wohl so sein. Für mich ist es aber eine Kostenbombe“, kritisierte Kai Harders (SPD). Nach intensiven Diskussionen sorgte Dieter Hellwig vom beauftragten Architekturbüro BSP für Aufklärung: „Gemeint sich Regale im Flur. Unser Raum ist eher eine Fläche.“

Nach einer Sitzungsunterbrechung, in der sich die Fraktionen außerhalb des Protokolls berieten, verkündete Broese: „Wir würden uns gern die vier Wochen Zeit nehmen und die Flächen neu planen lassen.“ Dabei soll das Budget von zwei Millionen Euro weiter aufrechterhalten bleiben. Zudem sollen mögliche Kosten betrachtet werden, wenn zwei Räume später geschaffen würden. „Ich glaube, wir diskutieren uns tot. Wir können uns Alternativen ansehen, aber ich denke, dass wir am Ende wieder bei der Variante landen“, sagte Denis Witte (BfB), der als einziger gegen die vierwöchige Verzögerung stimmte. Am 22. oder 29. August wollen sich die Ausschussmitglieder erneut zur Beratung treffen.

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