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Schenefelder Tageblatt

24. Oktober 2017 | 01:12 Uhr

Schenefeld : Poker um das Lebenshilfe-Areal

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Pizzeria-Plan an der Blankeneser Chaussee ist endgültig gescheitert. Wohnbebauung ist aber weiter möglich. Sozialeinrichtung zulässig?

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Eine Pizzeria in den ehemaligen Gewächshäusern der insolventen Lebenshilfe-Gärtnerei: Der Vorstoß ist auch im zweiten Anlauf gescheitert – und damit endgültig vom Tisch. Bis auf die SPD wollte am Donnerstagabend im Stadtentwicklungs- und Umweltausschuss niemand die Restaurant-Idee unterstützen.

Die Außenbereichssatzung für die Grundstücke an der Blankeneser Chaussee: 2010 politisch von SPD und CDU auf den Weg gebracht –heute sorgt sie für Kopfschmerzen und Unwohlsein. Denn auf dem 10.000 Quadratmeter großen Areal ist auf den Fundamenten der Gärtnerei auch Wohnbebauung rechtlich zulässig – und zwar insgesamt zehn Wohneinheiten, im Landschaftsschutzgebiet, der Verbindung zwischen der Sülldorfer und Osdorfer Feldmark.

Für die Grünen steht längts fest, dass diese Satzung ein Fehler war. „Jede Art von Wohnbebauung ist in diesem sensiblen ökologischen Gebiet eine Katastrophe“, sagt Grünen-Fraktionschef Mathias Schmitz. Die Grünen zeigten sich konsequent, wollten die Satzung aufheben – auch wenn eine solche Entscheidung die Stadt finanziell teuer zu stehen kommen könnte. Grünland statt Bauland: Die Lebenshilfe und die beiden anderen Grundstückseigentümer könnten Schadensersatzansprüche gegen die Stadt geltend machen – wahrscheinlich in Millionenhöhe. Genau das wollten die Grünen per Gutachten abklären lassen. Der Vorstoß scheiterte.

Die Satzung bleibt wie sie ist – auch wenn CDU-Ratsherr Holm Becker deutlich machte, dass der Weg der Grünen richtig und konsequent sei. „Ich bin mir aber sicher, dass die Lebenshilfe eine beträchtliche Summe herausholen würde. Die will ich nicht bezhalen. Das ist das Geld der Steuerzahler“, sagte Becker.

Und nun? Die Lebenshilfe hönnte an einen Investor verkaufen oder den eigenen Millionen-Plan umsetzen. Wie berichtet, gibt es Pläne, an der Blankeneser Chaussee Betreuungsplätze für bis zu 64 behinderte Menschen zu schaffen, in einem zentralen Wohngruppenhaus. Die Investitionskosten bezifferte Lebenshilfe-Chefin Christine Heins auf 7,4 Millionen Euro. Eine Sozialeinrichtung: Laut Bauamtschef Günther Leimert eben nicht vereinbar mit der gültigen Außenbereichssatzung. Doch das sieht Heins ganz anders. Sie verweist auf ein Gutachten, das die Lebenshilfe extra in Auftrag gegeben hat. „Danach sind unsere Wohngruppenhäuser auf dem Areal durch die Satzung eindeutig gedeckt und zulässig.“ Da droht Ungemach.

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