zur Navigation springen

Aldi-Neubau in Schenefeld : Plötzlich geht es auch vorne

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Bürgerprotest an der Friedrich-Ebert-Allee scheint Erfolg zu haben. Investor legt Alternativplan auf den Tisch.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Schenefeld | Diese Zeichnung könnte die erhitzten Gemüter an der Friedrich-Ebert-Allee 13 bis 19 auf einen Schlag besänftigen. Der geplante Neubau des Aldi-Marktes mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern ist plötzlich doch am jetzigen, alten Standort – direkt an der Friedrich-Ebert-Allee – möglich. Das hatte der Investor bisher immer bestritten. Aldi wollte den Markt nach hinten verlegen – direkt vor eine Wohnanlage.

Dagegen liefen die Anwohner Sturm. Sie fürchten den Lärm, die Geruchsbelästigung und die Verschattung. Die benachbarte Tierärztin Anne-Barbara Wacker sah sich sogar in ihrer Existenz gefährdet. „Wenn der Markt dort gebaut wird, kann ich meine Praxis mit fünf Mitarbeitern schließen“, sagte sie noch im November 2014.

Die Prüfung einer Alternative: Das hatte die Politik von dem Investor aufgrund der massiven Bürgerproteste verlangt. Vor allem die BfB hatte sich für die Anwohner eingesetzt und einen Aldi-Markt vor der Wohnanlage kategorisch abgelehnt. „Unsere Hartnäckigkeit gemeinsam mit den Anwohnern hat sich ausgezahlt“, sagte BfB-Chef Manfred Pfitzner. Er hatte von Anfang an von einem Kampf David gegen Goliath gesprochen. „Ich freue mich, dass Aldi die Bedenken aufgenommen hat und jetzt einen vernünftigen Alternativvorschlag präsentiert“, sagt Pfitzner. Für den BfB-Chef ist die Entscheidung über den künftigen Standort des neuen Discounter-Marktes damit bereits gefallen. Doch entschieden ist noch nichts. Zunächst sollen die beiden Varianten der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Bürger werden vor einem politischen Votum gehört. Der Ausschuss für Stadtentwicklung tagt am Donnerstag, 26.  Februar, ab 19 Uhr im Rathaus am Holstenplatz. Aldi möchte die Verkaufsfläche für den Markt an der Friedrich-Ebert-Allee von bisher 900 auf dann 1200 Quadratmeter vergrößern. Die beiden Varianten unterscheiden sich nur in der Positionierung des Gebäudekörpers auf dem Gelände, der Proportionierung des Baukörpers (ein Markt mit sechs beziehungsweise sieben Gängen) und der Anzahl der Stellplätze. Neubauvariante I bietet 195 Parkplätze, Variante II insgesamt 166 Parkplätze.

Inzwischen liegt auch eine Untersuchung des Wasser- und Verkehrskontors Hamburg vor, die der Investor Groga Immobilien in Auftrag gegeben hat. Darin geht es um die verkehrliche Erschließung des Standorts und die zusätzliche Verkehrsbelastung. Fazit der Gutachter: Der durch die Erweiterung des Discountmarktes entstehende zusätzliche Verkehr kann „verträglich aufgenommen“ werden. Die Grundstückserschließung über nur noch zwei Zufahrten – die Einfahrt vor dem griechischen Restaurant soll laut Planung wegfallen – stelle sich langfristig leistungsfähig dar. „Bauliche Maßnahmen im Bereich der äußeren verkehrlichen Erschließung sind nicht erforderlich“. Heißt: Der Bau eines Linksabbiegers ist nicht nötig. Die Gutachter kommen zu dem Schluss, dass es durch die Anpassungen der Stellplatzanlage zur deutlichen Verbesserung der Situation aller Verkehrsteilnehmer komme.
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen