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Schenefelder Tageblatt

18. Oktober 2017 | 19:27 Uhr

Platznot und doch erfolgreich

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rückblick Blau-Weiß 96: Geschäftsführer Frank Böhrens spricht über sein Jahr 2016 und darüber, was er für 2017 plant

Pokale über Pokale. Einige aus Metall und schon über 30 Jahre alt. Die Geschäftsräume von Schenefelds Sportverein Blau-Weiß 96 erzählen von Erfolgen – seit 120 Jahren macht der Verein, der Achter de Weiden gleich neben der Gemeinschaftsschule ansässig ist, nun seine Mitglieder fit. Etwa 3200 davon hat er aktuell und ist damit der drittgrößte Sportverein im Kreis Pinneberg. Doch das Jubiläumsjahr 2016 war nicht ganz einfach für Geschäftsführer Frank Böhrens und sein Team aus etwa 230 Trainern.

Mit zwei Hauptproblemen hatte Böhrens zu tun: Der zur Verfügung stehende Platz ist nicht ausreichend und es wird zunehmend schwerer, gut ausgebildete ehrenamtliche Trainer zu finden. Beiden Problemen will er 2017 den Kampf ansagen. „Außer im Gesundheitssport machen alle Trainer das nicht hauptberuflich. Auch sie müssen zeitlich immer flexibler sein. Für den Wettkampfsport brauchen wir aber Trainer, die zwei bis drei mal pro Woche zur Verfügung stehen, da ist es nicht immer leicht, den guten Trainerstand zu halten“, beklagt Böhrens.

Den Grundstein für eine Platzlösung hat er hingegen schon im Juni gelegt: „Wir haben einen großen Bedarf an Hallenplatz, aber es gibt keine Flächen. Also haben wir der Politik den Vorschlag gemacht, den vorhandenen Platz zu optimieren, um ihn besser nutzen zu können“ (unsere Zeitung berichtete). Dazu zählen die Sportplätze an der Blankeneser Chaussee, wo nach Wünschen von Blau-Weiß eine Halle gebaut werden soll. Im Stadion Achter de Weiden plant der Verein einen Kunstrasenplatz. „Damit hätten wir ganz andere Nutzungsmöglichkeiten“, erläutert Böhrens. Denn Sportplätze und Stadion mit normalem Rasen fallen bei schlechtem Wetter aus. Das ebenfalls genutzte Stadion an der Gorch-Fock-Schule kann grundsätzlich nur ein Viertel des Jahres bespielt werden – es hat keine Flutlichter. Bleiben nur die Schenefelder Hallen. Und die sind überfüllt, denn die Schulen setzen auf das Ganztagskonzept: Auch Kinder und Jugendliche – etwa die Hälfte der Blau-Weiß-Mitglieder – haben zunehmend später Zeit für ihren Sport. Platz wird also dringend benötigt und die Politik hat ihr Okay gegeben. Jetzt liegt es am Haushalt 2017 und an den Kreismitteln. „Ich bin optimistisch, dass das klappt“, sagt Böhrens.

Die Tänzer traf es im Mai hart: Seit diesem Monat ist der Festsaal Achter de Weiden – genutzt von etwa 100 Sportlern – gesperrt wegen eines Wasserschadens im Restaurant nebenan. Auch darauf hat Böhrens ein Auge: Das Restaurant ist seit Februar ohne Pächter und der Platz könnte als Sportstätte mit kleinem Gastrobereich hergerichtet werden.

„Wir müssen den Sportlern zeigen, dass sich etwas tut, sie brauchen eine Perspektive. Sonst wandern die Guten ab“, sagt Böhrens. Und das wäre schade, denn außer Platznot gab es 2016 großartige sportliche Erfolge bis auf Bundesebene. Die Floorballer etwa stehen gut da, um sich 2017 für die Weltmeisterschaft zu qualifizieren. Sie spielen derzeit in der zweiten Bundesliga und stehen kurz vor dem Aufstieg. Auch die Handball-Kooperation mit der Halstenbeker Turnerschaft läuft laut Behrens gut: „Wir haben jetzt in der zweiten Saison eine Spielgemeinschaft mit spannender und guter Zukunft. Das passt einfach, sportlich wie menschlich.“ 2017 wird deshalb auch erstmals das Bernd Jaeks Gedächtnisturnier der Handballer ganz groß aufgezogen: Zwei Tage lang in drei Hallen in Schenefeld und Halstenbek. Auch die Black Eagles, die in elektrischen Rollstühlen Ball spielen, sind erfolgreich bei Turnieren dabei.

Aber Böhrens freut sich auch über die kleinen Erfolge. Seit 40 Jahren bietet Blau-Weiß mit speziell ausgebildeten Übungsleitern und in Kooperation mit Ärzten Sport für Herzpatienten an. „Das ist eine tolle Sache, wir waren damals mit die ersten in Hamburg und Schleswig-Holstein, die so etwas angeboten haben.“ Kurse für Flüchtlinge laufen ebenfalls gut. Knapp 100 geflüchtete Menschen nutzten die kostenlosen Angebote, einige von ihnen sind mittlerweile Vereinsmitglieder geworden.

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