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Schenefeld im Kreis Pinneberg : Paula (16) hat Leukämie – ihre Kameraden kämpfen für ihr Leben

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Paula Rüpckes Feuerwehrkollegen suchen nach einem Stammzellenspender. Eine Typisierungsaktion gibt es am 6. Mai.

shz.de von
erstellt am 20.Apr.2017 | 11:30 Uhr

Schenefeld | Auf dem Foto sind sie noch da. Die langen braunen Haare umspielen das Gesicht der hübschen Schenefelderin. Doch die Haare hat Paula Rüpcke längst durch die Chemotherapie verloren. Die 16-Jährige hat Blutkrebs. Sie kämpft im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf um ihr Leben. Weil sie gleich zwei lebensbedrohliche Gendefekte hat, braucht sie dringend eine Stammzellenspende – und das so schnell wie möglich.

Die Schülerin war bis zu ihrer Krankheit selbst in der Jugendfeuerwehr aktiv. Ihre Schenefelder Feuerwehrkollegen haben deshalb keine Sekunde gezögert und eine Typisierungsaktion mit der DKMS organisiert. Wer sich als möglicher Spender registrieren lassen will, kann am Sonnabend, 6. Mai, in die Feuerwache Schenefeld im Kiebitzweg 24 kommen. Von 11 bis 17 Uhr werden den Besuchern Blut- und Speichelproben entnommen, die dann in die Kartei der DKMS aufgenommen werden. Nach Angaben der Knochenmarkspendedatei findet in Deutschland jeder siebte Patient keinen passenden Spender. Die Typisierung ist kostenlos, Spenden aber möglich. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) ist Schirmherrin der Aktion in Schenefeld. „Ein kleiner Pieks kann Leben retten“, sagt die Rathaus-Chefin und fordert die Bevölkerung auf, mitzumachen.

Feuerwehr und Verwaltung ziehen für Paula an einem Strang: Oliver Muras (von links), Michael Schulz, Hans-Jürgen Rüpcke, Bürgermeisterin Christiane Küchenhof, Dennis Fuchs und Jan Töwe.
Feuerwehr und Verwaltung ziehen für Paula an einem Strang: Oliver Muras (von links), Michael Schulz, Hans-Jürgen Rüpcke, Bürgermeisterin Christiane Küchenhof, Dennis Fuchs und Jan Töwe. Foto: Tanja Plock
 

Am 13. Februar erhielt Paula ihre Diagnose. Seitdem ist sie in Behandlung, hat mehrere Chemotherapie-Durchgänge hinter sich, war nur wenige Tage zwischen den Therapien zu Hause. Teilweise sei sie so geschwächt, dass sie allein nicht aufstehen kann, berichtet ihr Vater Jörn Rüpcke. „Ihr kann nur noch eine Spende helfen.“ Zwar sei es den Ärzten gelungen, die Krebszellen zurückzudrängen. Es sei „aber nur eine Frage der Zeit“, wann sie wiederkommen. „Mental ist das eine Berg- und Talfahrt.“

Am Mittwoch berichtete das Mädchen im Telefongespräch mit unserer Zeitung von dem Schicksalsschlag. Sie sei mit dem Verdacht auf Pfeifffersches Drüsenfieber im Februar ins Krankenhaus gekommen, als sie die Diagnose Leukämie erhielt. „Ich war schockiert und traurig. Mein Leben wurde von einem auf den anderen Tag auf den Kopf gestellt. Aber langsam habe ich die Krankheit akzeptiert – und, dass ich da nicht rauskomme.“

Die Therapie hat an ihren Kräften gezehrt. Zehn Kilo hat sie abgenommen. Paula musste zwischenzeitlich künstlich ernährt werden, weil ihre Schleimhäute in Mitleidenschaft gezogen waren. Momentan sei ihr Zustand stabil. Die Chemo verkrafte sie gut. Voraussichtlich darf sie am Freitag für ein paar Tage nach Hause.

Über die große Hilfsbereitschaft der Feuerwehrkollegen habe sich die Schenefelderin sehr gefreut. „Das war eine schöne Nachricht. Zu hören, dass sich jemand so einsetzt.“ Sie hofft, dass sich viele in der Feuerwache typisieren lassen. „Es geht nicht nur um mein Leben. Man kann auch anderen Menschen ein längeres Leben ermöglichen.“

Vater Jörn Rüpcke ist gerührt von seiner Tochter. „Es beeindruckt mich, wie sie mit der Situation umgeht“, sagt er. Auch ihr Bruder Hans-Jörn steht ihr bei. „Man versucht, das positive Denken aufrecht zu erhalten.“ Durch die Typisierungsaktion habe er endlich das Gefühl, etwas tun zu können.

Bei der Typisierung in der Feuerwache packen alle mit an. Auch aus der Bevölkerung haben sich Helfer gemeldet, die die Wehr unterstützen wollen. Zudem stellen der „Round Table“ und der „Ladies Circle“ aus Norderstedt medizinisches Personal. Alle Organisatoren und die Familie wünschen sich, dass ein Spender gefunden wird. Wenn nicht in Schenefeld – dann hoffentlich woanders.

Die DKMS hat ein Spendenkonto bei der Sparkasse Hamburg für die Typisierung eröffnet. Jede Spende kostet die DKMS 40 Euro. Wer helfen will, kann unter dem Verwendungszweck „Paula“ an IBAN DE97 2005 0550 1217 1492 42 spenden.

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