Parksünder gehen in den Knast

Seit 2010 gehen zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes  in Schenefeld  gehen Falschparker  vor. pt
Seit 2010 gehen zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Schenefeld gehen Falschparker vor. pt

Avatar_shz von
31. Januar 2013, 01:14 Uhr

Schenefeld | Falsch parken: Was mit 15 Euro Verwarngeld anfängt, endet in Schenefeld immer öfter im Gefängnis. Im vergangenen Jahr haben sich 21 ertappte Parksünder hartnäckig geweigert, die von der Stadt ausgesprochene Strafe zu bezahlen. "Die sind lieber tageweise ins Gefängnis gegangen", sagt Ordnungsamtschef Axel Hedergott. Die Stadt hatte nach einem über Monate andauernden Verfahren Erzwingungshaft beantragt. Durch den Gang ins Gefängnis verfällt die Strafe keinesfalls. Die Stadt pocht weiter auf ihr Geld.

Immer mehr Zahlungsverweigerer: Für Hedergott eine erstaunliche Entwicklung. "In den Jahren 2010 und 2011 haben wir nur drei Fälle registriert." 2012 musste der Ordnungsamtschef insgesamt 54 Mal mit der Erzwingungshaft drohen - 33 Mal erfolgreich. Die Wut und den Ärger der Ertappten bekommt Hedergott auch unmittelbar zu spüren. "Ich wurde dreimal bedroht", sagt der Chef des Schenefelder Ordnungsamtes.

Seit 2010 schickt Schenefeld die "Knöllchen-Polizei" los. Zwei Mitarbeiter des Ordnungsamtes sind im Wechsel täglich im Stadtgebiet unterwegs. Die Aufregung war zunächst groß. Der Vorwurf der Abzocke schnell bei der Hand. Doch laut Hedergott ist inzwischen wieder etwas Ruhe eingekehrt: "Unsere Erziehungsmaßnahmen zeigen Wirkung. Die Disziplin der Autofahrer hat sich erhöht." Weniger Tickets für Falschparker: Die Einnahmen der Stadt haben sich verringert. Im Startjahr 2010 lagen sie bei 81 768 Euro. 2011 flossen dann schon 121 827 Euro in die Stadtkasse. 2012 waren es nur noch 73 776 Euro. Laut Hedergott wurden Prioritäten gesetzt : Aktiv wurde die "Knöllchen-Polizei" vor allem bei zugeparkten Feuerwehrzufahrten, bei Parkplätzen für Behinderte und bei Verkehrssündern, die ihr Fahrzeug entgegen der Fahrtrichtung abstellten.

Zur Beruhigung der Situation habe auch die Fertigstellung des Parkdecks am "Stadtzentrum" beigetragen. Dort stehen seit Ende 2012 jetzt 1300 Parkplätze zur Verfügung, die zwei Stunden lang kostenlos genutzt werden können. Im Jahr 2011 hatte wegen der Erweiterung des Einkaufstempels rund ums "Stadtzentrum" ein regelrechtes Parkplatzchaos geherrscht.

Gleich zweimal hat die Stadt im vergangenen Jahr mit gezielten Aktionen vor den Schenefelder Schulen Präsenz gezeigt. "Um für mehr Sicherheit zu sorgen", betont Hedergott.

Schenefelds Falschparker: Die Zahlungsverweigerer leisten den massivsten Widerstand. Aber auch die Uneinsichtigkeit der unbescholtenen Bürger verblüfft den Ordnungsamtschef immer wieder: "Ich zahle seit 30 Jahren pünktlich meine Steuern und Sie wollen mir jetzt ein Ticket geben"? Hedergott wollte.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen