Ernstes und Heiteres zum Start : Neujahrsempfang in Schenefeld

Mit jeweils 85 Jahren sind Ursula und Georg Martinsteg  die ältesten Ehrenpreisträger der Stadt. Sie wurden gestern von Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (links) und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof geehrt.
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Mit jeweils 85 Jahren sind Ursula und Georg Martinsteg die ältesten Ehrenpreisträger der Stadt. Sie wurden gestern von Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (links) und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof geehrt.

Bürgervorsteherin Bichowski findet mahnende Worte. Bürgermeisterin Küchenhof im Prinzessinnenkleid auf Helgoland.

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12. Januar 2015, 12:00 Uhr

Schenefeld | Vivaldi zum Anfang. Scott Joblin zum Ende. Die Musik auf dem 41. Neujahrsempfang der Stadt Schenefeld spiegelte Sonntagvormittag im Ratssaal des Rathauses auch die Stimmung wider. Zum Start ins neue Jahr wurde den Besuchern Ernstes und Heiteres präsentiert. Der Höhepunkt der Veranstaltung: Die Verleihung des mit 2000 Euro dotierten Ehrenpreises an Ursula und Georg Martinsteg.

Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD) lobte das große ehrenamtliche Engagement vieler Bürger. Sie hob die Arbeit des Seniorenbeirats hervor, der seit 25 Jahren die Interessen der älteren Generation in Schenefeld vertrete. Sie brach eine Lanze für die Spielvereinigung Blau-Weiß 96. „Auf diesen Sportverein können wir stolz sein.“

Bichowski kehrte in ihrem Rückblick aber nicht unter den Teppich, dass 2014 auch ein Jahr der politischen Verwerfungen gewesen war. Die Kultur-Debatte sei ohne Rücksicht auf die Würde des anderen geführt worden. Es sei zu einem Bruch in der Politik gekommen. „Die Stadt hat Schaden genommen“, betonte die Bürgervorsteherin und forderte alle Beteiligten auf, sich wieder auf Werte zu besinnen. „Wir wollen fair und demokratisch streiten.“ Beifall brandete im Ratssaal auf.

Als Bichowski auf die Feuerkatastrophe in der Seniorenresidenz Rüpcke einging, wurde es ganz ruhig im Ratssaal. „Die Feuerwehr hat viele Leben gerettet. Ich möchte der drei Damen gedenken, für die jede Hilfe zu spät kam.“ Die Bürgervorsteherin dankte den Feuerwehrmännern, aber auch den Mitarbeitern und der Leitung der Seniorenresidenz für ihren aufopferungsvollen Einsatz.

Positive Energie

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof versprach den Bürgern „ein Jahr voller positiver Energie“. Sie verwies auf das Projekt Energieeffiziente Musterkommune und ihren Wunsch, auch die Bürger für das Energiesparen zu begeistern. Einen dicken Glückwunsch hatte sie für Willy Matzen im Gepäck, der zum Menschen des Jahres gewählt wurde und im Finale des Landesentscheids steht. Zum Bürgerentscheid über den Friedhof, der laut Küchenhof mit deutlichen Ergebnis „beerdigt worden ist“, erreichte die Verwaltungschefin im Nachgang die Zuschrift eines Bürgers, den Küchenhof zitierte: „Wir brauchen keinen Friedhof. Wir wollen alle lange leben.“ Gelächter im Ratssaal. Die Laune steigerte sich noch, als die Bürgermeisterin ihre ganz persönliche Anekdote 2014 zum besten gab.

Die Sternsinger der St. Bruder-Konrad-Gemeinde brachten den Segen. (Foto: Brameshuber)
Die Sternsinger der St. Bruder-Konrad-Gemeinde brachten den Segen. (Foto: Brameshuber)
 

Sie hatte das Theater Schenefeld zum 30-Jährigen „Spielzeit“-Geburtstag auf die Hochseeinsel Helgoland begleitet. Beim Ausbooten ging ihr Koffer über Bord und konnte nur mit Mühe gerettet werden. „Alles war klitschnass oder feucht. Nur der Badeanzug nicht.“ Lautes Gelächter. Da sie abends im vollbesetzten Saal ihr Grußwort nicht in Badeklamotten halten wollte, tauchte sie in den Fundus der Theatermacher ab. Abends stand sie dann in einem herrlichen Prinzessinnenkleid auf der Bühne.

Ein bisschen ernster wurde es wieder, als die Bürgervorsteherin das Ehepaar Martinsteg nach vorn bat – auf Platt natürlich. Seit acht Jahren lesen die beiden einmal im Monat plattdeutsche Geschichten im Juks vor. „Mit Begeisterung und Frohsinn“, wie Bichowski betonte. Das Ehepaar habe sich um das Zusammenleben vor allem der älteren Generation verdient gemacht. „Sie sind ein Vorbild für andere Menschen.“ Im Saal brandete Beifall auf.

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