Neue Schulden für Schenefeld

Kämmerer: Mittelfristig müssen neue Darlehen aufgenommen werden / Starke Wirtschaftskraft vorhanden

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16. Oktober 2018, 16:12 Uhr

Die Haushaltsverhandlungen in Schenefeld starten. Wofür soll Geld ausgegeben werden? Wo wird 2019 gespart? Derzeit steht die Düpenaustadt im Vergleich mit anderen Kommunen wirtschaftlich gut da. Das Statistikamt Nord stellte kürzlich die Zahlen zum Stichtag 31. Dezember 2017 vor (Kasten). Demnach schrumpfte der Schuldenberg in Schenefeld innerhalb eines Jahres um fünf Prozent von 3,6 Millionen auf 3,4 Millionen Euro. Doch geht es auch so positiv weiter? Norbert Esmann, Leiter des Fachdienstes Finanzen der Stadt Schenefeld, gibt Auskunft.

Insgesamt sieht der Kämmerer die finanziellen Möglichkeiten der Stadt positiv. Er geht davon aus, dass der Schuldenabbau der bestehenden Kredite weiter vorangetrieben werden kann. „Wir haben sämtliche Verbindlichkeiten durchfinanziert“, führt Esmann aus.

Allerdings stehen auch hohe Ausgaben an. Die Luft wird künftig dünner, denn viele Großprojekte, für die neue Kredite aufgenommen werden müssen, sind noch in der Pipeline, verzögern sich, stagnieren oder stehen nun vor der Umsetzung. Zum Beispiel der umfassende Umbau des Schulzentrums Achter de Weiden mit Mensabau, die Stadtkernsanierung und die mögliche Gründung von Stadtwerken, über die derzeit diskutiert wird.

Für die Stadtkernsanierung wird beispielsweise bislang mit Planungs- und Umsetzungskosten in Höhe von 20  Millionen Euro kalkuliert. Knapp 7 Millionen Euro müsste die Stadt selbst berappen, der Rest könnte gefördert werden.

Schenefeld werde sich damit abfinden müssen, dass mittelfristig weitere Darlehen notwendig sind. Esmann relativiert aber: „Gemessen am Schuldenstand werden wir uns nichts vertun, wenn wir erneute Kredite aufnehmen müssen. Das wäre kein Problem für uns. Die Konditionen sind günstig. Da besteht kein großes Risiko für die Stadt. Schenefeld ist wirtschaftlich leistungsstark.“ Schöner wäre es aber natürlich, ohne weitere Kredite auszukommen. Realistisch sei das auf lange Sicht aber nicht machbar.

Es gebe vielfältige Gründe, warum der Schuldenabbau in den vergangenen Jahren so gut gelungen sei. Zum einen schlage sich die gute Konjunkturlage der Wirtschaft in Deutschland auch in Schenefeld nieder. Zum anderen hätten sich aber die Planungen von einzelnen Projekten auch verzögert, so dass deren Kosten bislang noch nicht angefallen sind. Dies sei teilweise dem Personalmangel in der Verwaltung geschuldet, aber auch bewussten organisatorischen Entscheidungen. „Alles, was wir geplant haben, haben wir nicht gleichzeitig durchgeführt,“ sagt Esmann.

Am Donnerstag, 18. Oktober, geht es zunächst im Bauausschuss um die Planung des kommenden Haushalts 2019. Beginn ist um 19 Uhr im Rathaus am Holstenplatz. In den kommenden Wochen beraten weitere Fachausschüsse. Bislang klafft noch ein Loch in Höhe von 815 500 Euro im Haushalt. Esmann: „Da warten wir in der Verwaltung ganz gespannt ab, was jetzt aus den Fraktionen und den Fachausschüssen kommt.“

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