Unscharfes Leben in Schwarzweiß : Neue Ausstellungen in der Galerie von Gerd Uhlig

Die Motive in der neuen Ausstellung von Galerist Gerd Uhlig sind mit der Camera Obscura aufgenommen.
Die Motive in der neuen Ausstellung von Galerist Gerd Uhlig sind mit der Camera Obscura aufgenommen.

Camera-Obscura-Fotografie und China Time im Zuge der Kreiskulturwoche.

shz.de von
24. August 2018, 12:00 Uhr

Schenefeld/Rellingen | Galerist Gerd Uhlig zeigt eine facettenreiche Ausstellung in seiner Galerie im „Stadtzentrum“ Schenefeld mit sieben Künstlern. Während der siebten vom Hamburger Senat organisierten Veranstaltungsreihe „China Time 2018“ initiiert Uhlig zudem eine weitere Ausstellung sowie Lesung am 6. und 11. September. Kunstinteressierte können beide Ausstellungen während der Kreiskulturwoche mit dem Bus besuchen.

Die zu Uhligs Ausstellung unter dem Titel „Schwarz + Weiss“ veranstaltete Vernissage ist morgen von 12 bis 17 Uhr im „Stadtzentrum“, Kiebitzweg. Eine weitere Ausstellung wird für Donnerstag, 6. September, um 19 Uhr auf der Rellinger Rathausgalerie, Hauptstraße 60 organisiert. Die Lesung im Zuge der Reihe China Time mit Comic-Künstler Jing Liu beginnt am Dienstag, 11. September, ab 18 Uhr, ebenfalls auf der Rellinger Galerie.

Gerd Uhlig lädt in seine Galerie nach Schenefeld ein und er beteiligt sich an der Kreiskulturwoche .
Frauke Heiderhoff
Gerd Uhlig lädt in seine Galerie nach Schenefeld ein und er beteiligt sich an der Kreiskulturwoche .
 

Der Rellinger Tim Rädisch zählt zu den ausstellenden Künstlern in der Ausstellung in Schenefeld. Der Mediziner fotografiert schon seit 2004 mit der Camera Obscura (Lochbildkamera). Er fing an, sich für diese Technik zu begeistern, als er bei einer Ausstellung in Neubrandenburg mit dem Künstler Volkmar Herre und seiner Camera-Obscura-Fotografie in Kontakt kam. Warum Rädisch diese Technik fasziniert? „Es ist die Erkenntnis, dass die unscharf erscheinden Bilder symbolhaft für das Leben selbst stehen können“, sagt der Galerist. Es ließe sich in vielen Bereichen des Lebens manches nicht scharf darstellen. Es sei beispielsweise laut einiger Studien bereits als Erfolg zu bewerten, wenn das jeweilige Gegenüber nur zehn Prozent des Gesagten verstanden habe, führt Rädisch aus. Mit seinen Werken trat er auch bereits im Fernsehen unter dem Motto „Was kunst Du?“ auf. Zu den weiteren ausstellenden Künstlern während der „Schwarz+Weiß“-Vernissage gehören Gundel Deckert, Petra Jacobsen, Armin Metzger, Adina Rott, Birgit Strohscher und Gerd Uhlig selbst.

Jacobsen ist mit ihren Strukturmalereien in Acryltechnik vertreten. Zu ihren abstrakten Motiven gehören Figuren, die mit Fantasie auch Landschaften darstellen können. Die junge Rellinger Kunststudentin Adina Rott malt inszenierte Menschengruppen. Eine weitere Vorliebe von ihr ist es, geheimnisvolle Orte kunstvoll in Szene zu setzen. Die Leiterin der freien Kunstakademie Hamburg Birgit Strohscher zeigt ihre in Transferlithografie (eine Art der Flachdrucktechnik) geschaffenen Werke. Armin Metzger ist mit Reise-Skizzen aus Fern-Ost vertreten. Fotografin Gundel Deckert präsentiert ihre auf Alu-Dibond gedruckten Fotografien. Gerd Uhlig zeigt Polymer-Fotodrucke, darunter Landschaften, Wildpferde, Portraits und Leuchttürme.

Nachdenklich gibt sich diese Protagonistin.
Tim Rädisch
Nachdenklich gibt sich diese Protagonistin.
 

Der zweite von Gerd Uhlig ins Leben gerufene Kunst-Komplex in Kooperation mit der Gemeinde Rellingen dreht sich um das Thema „China Time“. Der Galerist zeigt von Donnerstag, 6. September, bis Freitag, 26. Oktober, die Kunstausstellung Seidenstraße. Mitglieder der Chinesisch-Deutschen Künstlergruppe Paradox zeigen hier ihre Arbeiten. Diese sind sowohl in Deutschland und in China entstanden. Die sich mit Chinesischer Kunst befassenden Künstler Brigitte Wollert und Armin Metzger sind ebenfalls vertreten. Pianistin Simone Anders und ihr chinesischer Schüler sorgen für stimmungsvolle musikalische Akzente.

Der Comic-Künstler Jing Liu liest aus seiner Comicreihe „Chinas Geschichte im Comic“. „Wer sich mit seiner Kunst beschäftigt, kann viel über die chinesische Historie erfahren“, erläutert Uhlig.


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