zur Navigation springen

Hauptstraße in Schenefeld : Neubauprojekt wird zum Streitfall

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Ein dreigeschossiges Gebäude plus Dachgeschoss ist der Stadt zu mächtig. Doch der Grundstückseigentümer gibt noch nicht auf.

Schenefeld | Norbert Prochnow will hoch hinaus – zu hoch für die Stadt Schenefeld. Die hat sein Neubauvorhaben an der Hauptstraße abgelehnt. Ein dreigeschossiges Gebäude plus Dachgeschoss ist der Stadt an dieser Stelle zu mächtig. Doch Grundstückseigentümer Prochnow gibt noch nicht auf. Die von der Stadt avisierte kleinere Lösung - zweigeschossig plus Dachgeschoss – lehnt der 79-Jährige ab. „Das rentiert sich finanziell nicht“, sagt der Schenefelder. Er will definitiv höher bauen – „so wie es andere im Dorf auch gemacht haben“, sagt Prochnow. Er wähnt das Recht auf seiner Seite zu haben.

Das Recht: Da es für diesen Bereich der Hauptstraße keinen rechtskräftigen Bebauungsplan gibt, der alles regelt, greift Paragraf 34 Baugesetzbuch. Danach muss sich der Neubau nach Art der baulichen Nutzung, der Bauweise und der überbauten Grundstücksfläche in die nähere Umgebung einfügen. „Das tut er“, beharrt Prochnow auf seinem Standpunkt. Er blickt von der Ecke Mühlenstraße rüber in Richtung Ortsausgang. „Das Nachbarhaus ist bestimmt 15 Meter hoch. Weiter hinten ist ein vierstöckiges Gebäude.“ Er dreht sich um. „Und was ist mit dem Hochhaus an der Bäckerstraße?“, fragt der Eigentümer. Es befindet sich in Sichtweite. Die Stadt kennt diese Argumentation – teilt sie aber keinesfalls. Denn direkt hinter dem seit einem Jahr leerstehenden Wohn- und Geschäftshaus in der Hauptstraße 65 bis 67 gibt es auch hübsche Einfamilienhäuser und Reihenhäuser. Drei Vollgeschosse plus Dachgeschoss finden sich in diesem Bereich nicht. „Es geht um den baulichen Gesamtzusammenhang in dem Gebiet“, sagt Schenefelds Stadtplaner Ulf Dallmann.

Doch Paragraf 34 ist interpretationsfähig, ein stumpferes Schwert als ein Bebauungsplan. Prochnow könnte den Klageweg beschreiten, um seine Vorstellungen durchzusetzen. Doch zunächst hat die Bauaufsichtsbehörde des Kreises das Wort. Sie überprüft die Ablehnung der Stadt, die im Stadtentwicklungsausschuss einstimmig fiel.

2100 Quadratmeter ist sein Grundstück groß. Prochnow möchte den alten Gebäudekomplex – er wurde teilweise im 19. Jahrhundert gebaut – abreißen und ein kombiniertes Wohn- und Geschäftshaus inklusive Tiefgarage bauen. Mit Miet- und Eigentumswohnungen. Ein Millionenprojekt. Eine Sanierung im Bestand kommt für Prochnow nicht in Frage. „Das würde bis zu 400.000 Euro kosten.“ Zu viel, sagt er.

Ein städtebauliches Schmuckstück ist der Gebäudekomplex wahrlich nicht. Die alte Werkstatt steht viel zu dicht an der Straße. Die Ecke ist unübersichtlich und unfallträchtig. Durch einen Neubau könnte sie entschärft werden. Zwei Vollgeschosse oder drei Vollgeschosse? Prochnow will jetzt noch einmal das Gespräch mit der Stadt suchen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 13.Mär.2015 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen