Schenefeld : Neubau: Die CDU stimmt für Aldi-Plan

Der Aldi-Markt an der Friedrich-Ebert-Allee: Die Verkaufsfläche soll auf 1200 Quadratmeter vergrößert und der Markt in Richtung Norden verlegt werden – an die Wohnbebauung heran.
Der Aldi-Markt an der Friedrich-Ebert-Allee: Die Verkaufsfläche soll auf 1200 Quadratmeter vergrößert und der Markt in Richtung Norden verlegt werden – an die Wohnbebauung heran.

Discounter soll vor der Wohnanlage an der Friedrich-Ebert-Allee hochgezogen werden. Investor sei Anwohnern entgegengekommen.

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12. Mai 2015, 12:15 Uhr

Schenefeld | Anwohner auf den Barrikaden, Gutachten, geänderte Pläne und hochkochende Emotionen: Der Streit um den Bau eines neuen Aldi-Marktes an der Friedrich-Ebert-Allee hat über Monate die Gemüter erregt. Noch in diesem Monat soll endlich die Entscheidung fallen, wo Aldi bauen darf: Im Norden, direkt vor der angrenzenden Wohnbebauung, oder am alten Standort im Süden, direkt an der Straße. Mit der CDU hat sich jetzt die erste Partei klar positioniert. Die Christdemokraten unterstützen das Aldi-Vorhaben, den Discounter nach Norden zu verlegen.

Die Begründung: „Der Bauträger kam den Anwohnern in allen wesentlichen Punkten entgegen. Zudem ist die nördliche Bauvariante aus Sicht der Stadtentwicklung bei Weitem die sinnvollere “, sagt Hans-Detlef Engel. Im Zuge der Planungen sei der Abstand des Walls an der Nordgrenze vergrößert worden. Die Gebäudehöhe wurde abgesenkt. Laut Lärmgutachten werden sich die Belastungen verringern. Eine Lärmschutzwand ist vorgesehen, die Anlieferzeit festgelegt, die Pflasterung und Einkaufswagen lärmarm gestaltet und die geplante Wärmepumpe eingehaust. Zur befürchteten Verschattung werde es nicht kommen. Die Fußwegverbindungen werden verbessert und die Zufahrt zur Tierarztpraxis verbreitert. Auch das Argument vom Wertverlust der Wohnungen lässt die CDU nicht gelten. Engel: „Dieser wurde beim Bau der Häuser durch das Bauen in einem Mischgebiet im Kaufpreis bereits ausgeglichen.“

Die von den Anwohnern geforderte Bauvariante im Süden weise gleich mehrere Nachteile auf. Die Parkplatzsituation verschlechtert sich. Die günstige Einkaufsverbindung zwischen Aldi und Rewe fällt weg. Ebenso die abschirmende Wirkung durch den Baukörper gegen Licht- und Schall. Täglich sei mit einem gefährlichen Lkw-Rangierbetrieb bei der Anlieferung zu rechnen. Monatelang würde der Aldi-Markt für die Versorgung der Bevölkerung ausfallen. Auch optisch sei die Ansicht von der
Friedrich-Ebert-Allee schlechter.

Engel: „Neben den Wohnbedürfnissen der direkten Anwohner müssen auch die sozialen Bedürfnisse der Familien, der jungen und alten Menschen und die Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung berücksichtigt werden.“ Zudem verlange das Baurecht ausdrücklich, die Belange der Wirtschaft, ihrer mittelständischen Struktur im Interesse der verbrauchernahen Versorgung der Bevölkerung und die Erhaltung, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen zu berücksichtigen. Auch soll die Erneuerung und Fortentwicklung von Ortsteilen eine Rolle spielen. Die CDU hat Vor- und Nachteile abgewogen. Aldi soll da bauen, wo Aldi bauen möchte. Jetzt sind die anderen Parteien am Zug.

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