Osterbrooksweg : Nachts kehrt wieder Ruhe ein

Laut Gutachten werden die Lärmgrenzwerte für die nächstliegende Wohnbebauung nachts überschritten. Es gab zu viele Entladungen auf dem Areal. Die den Lärm verursachende Firma hat ihre Tätigkeit  inzwischen verlegt.
Laut Gutachten werden die Lärmgrenzwerte für die nächstliegende Wohnbebauung nachts überschritten. Es gab zu viele Entladungen auf dem Areal. Die den Lärm verursachende Firma hat ihre Tätigkeit inzwischen verlegt.

Lärmbelästigung: Bürger-Protest hat Erfolg. Laderampen im vorderen Bereich werden nur noch tagsüber genutzt.

shz.de von
03. Juni 2014, 10:00 Uhr

Schenefeld | Nein, offiziell informiert wurde er nicht. Aber Klaus Leven hat schon registriert, dass es in den vergangenen Wochen nachts viel ruhiger geworden ist. Leven und die Anwohner des Lerchenwegs hatten sich massiv über die Lärmbelästigung beschwert, die von dem Logistikzentrum am Osterbrooksweg – dem ehemaligen Edeka-Lager – auch in den Nachtstunden ausgeht. Die Bewohner konnten nicht mehr schlafen. Wie berichtet, wurden laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume die Grenzwerte überschritten. Der Bürger-Protest hat sich gelohnt. Nachts werden die Laderampen an der Westseite des Gewerbekomplexes nicht mehr genutzt. Das bestätigte gestern Jürgen Herres, Sprecher des Eigentümers, der IVG. „Wir haben die Problematik erkannt und mit dem Mieter gemeinsam eine Lösung gesucht“, betonte Herres. Das Problem sei auf freiwilliger Basis aus der Welt geschafft worden. Es habe keine Anweisung der zuständigen Bauaufsichstbehörde gegeben.

Aufatmen am Lerchenweg: „Mit diesem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein“, betonte Leven. Wegen der Lärmbelästigung hatte es bereits in der Vergangenheit mit dem Unternehmen Edeka eine diesbezügliche Regelung gegeben. Doch Edeka ist an diesem Standort längst Geschichte. Der IVG als Eigentümerin des 16 Hektar großen Gewerbekomplexes gelang es, zahlreiche Unternehmen auf dem Gelände neu anzusiedeln. Und plötzlich wurden nicht nur tagsüber, sondern auch nachts die vorderen Ladeluken genutzt. Leven und andere Anwohner konnten nachts nicht mehr schlafen. Leven, er war früher Schiedsmann der Stadt Schenefeld, wandte sich mit dem Lärmproblem schon im Oktober 2013 an Bürgermeisterin Christiane Küchenhof. Er schaltete das Umweltamt in Itzehoe ein und schrieb an die Fraktionschefs.

Die IVG hatte im Februar dieses Jahres vom Überschreiten der Grenzwerte Kenntnis erlangt und zugesichert, die Belastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. Das Problem der nächtlichen Ruhestörung scheint damit gelöst.

Doch die Stadt ist an einer weitergehenden Lösung interessiert. Denn der Konflikt zwischen Gewerbegebiet auf der einen Straßenseite und Wohnbebauung auf der anderen bleibt bestehen. Nun soll geprüft werden, ob beispielsweise eine Lärmschutzwand auf dem Areal des Gewerbekomplexes sinnvoll wäre. Bisher ging die Stadt davon aus, dass der Straßenlärm auf dem Osterbrooksweg – einer in puncto Lärm stark belasteten Straße – den Gewerbelärm noch überlagert. Ein Gutachten könnte Klarheit schaffen. Mit der Lärmsituation beschäftigt sich am Donnerstag, 5. Juni, der Umweltausschuss. Er tagt ab 19 Uhr im Rathaus. Leven wird vor Ort sein.

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