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„Aktion Kinderparadies“ in Schenefeld : Nach dem Rauswurf: Neues Zuhause gesucht

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Der Winterbetreuung droht das Aus. Das „Stadtzentrum“ setzt auf ein neues Konzept.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 16:30 Uhr

Schenefeld | Keine Begründung. Nicht einmal ein Dankeschön – nach fast 20 Jahren Zusammenarbeit. Der Rauswurf des Vereins „Kinderparadies“ aus dem Schenefelder „Stadtzentrum“ schlägt hohe Wellen. Die Vereinsvorsitzende Ingrid Bessel ist immer noch ratlos und verzagt. „Ich weiß noch nicht, wie es weiter geht.“ Die Winterbetreuung ist massiv gefährdet. Das „Kinderparadies“ sucht ab Oktober ein neues Zuhause. Bessel hat sich hilfesuchend an Bürgermeisterin Christiane Küchenhof gewandt. „Wir werden alles tun, um dem Verein zu helfen. Aber es ist nicht einfach, einen geeigneten Raum zu finden“, betont die Verwaltungschefin. Zumal der Verein keine Miete zahlen kann.

Die Kündigung: Das Schreiben erreichte Bessel am 24. Februar – mit der Aufforderung, die Räume im ersten Obergeschoss bis Ende März zu verlassen. Küchenhof schaltete sich ein, intervenierte, so dass der Verein jetzt noch bis Ende April im Einkaufscenter bleiben darf. Küchenhof macht keinen Hehl daraus, dass sie das Vorgehen des Center-Managements bei dieser Kündigung nicht nachvollziehen kann. „Das ist ein menschlicher Umgang, der sehr zu wünschen übrig lässt“, sagt die 47-Jährige.

Flexible Betreuung für Kinder ab zwei Jahren: Auf Wunsch des „Stadtzentrums“ hatte der Verein das Angebot zuletzt sogar ganzjährig im Einkaufscenter vorgehalten. „Sonnabends sogar von 10 bis 18 Uhr“, betont Bessel. Zahlreiche Kunden hätten das „Kinderparadies“ genutzt. Das Center-Management hätte seit Oktober 2014 aber auf Veränderungen gedrängt, Betreuungszeiten und Aktionen auch auf dem Marktplatz gefordert. „Das war mit unserer Aufsichtspflicht nicht vereinbar“, sagt Bessel. Dann flatterte plötzlich die Kündigung ins Haus.

Gestern äußerte sich das „Stadtzentrum“ zu den Gründen der Kündigung – und präsentierte auch gleich einen Nachfolger. „Die Gründe liegen in einer Neudefinition der Betreuungsinhalte durch die Werbegemeinschaft des Stadtzentrums. Man wünscht sich mehr aktive Angebote für Kinder und die Einbeziehung vieler Altersstufen“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Und weiter: „Bereits im letzten Jahr zeigten die Macher des „Spielmobils“, wie sehr sie mit ihren Aktionen die Kinder begeistern konnten. Wie es aussieht, wird das „Spielmobil“ voraussichtlich im Mai in den Raum des Kinderparadieses einziehen.“

Das Kinderparadies: Flexiblere Betreuung gibt es in Schenefeld nicht. Ohne Anmeldung kümmert sich das aus 14 Mitarbeitern bestehende Team um den Nachwuchs. Für zwei Euro pro Kind und Stunde. Mitte April geht es auf den Spielplatz am Kiebitzweg. „Wir haben der Stadt eine Kita-Gruppe erspart“, betont der Zweite Vorsitzende Dr. Rainer Sempell. Küchenhof lobt ausdrücklich die fantastische Arbeit des 140 Mitglieder zählenden Vereins. Jetzt beginnt die Suche nach einem neuen Winterquartier.
 

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