zur Navigation springen

Klassik trifft auf Kabarett : Musikalische Zweckentfremdung von Haushaltsgeräten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Am Sonnabend, 1. Februar, treten die „Queenz of Piano“ in Schenefeld auf. Im Interview sprechen die beiden Künstlerinnen über ihr facettenreiches Programm.

Jennifer Rüth (33) und Anne Folger (36) sind auf Erfolgskurs. 2009 gründeten sie das Klavierduo „Queenz of Piano“. Ihr Konzept – ein Mix aus Konzert und Kabarett, Pop und Klassik, Können und Sexappeal – kommt beim Publikum an. Im vergangenen Jahr stemmten die Konzertpianistinnen mit Schauspielausbildung 70 Auftritte im In- und Ausland. 2014 wollen sie den Bühnen-Marathon fortsetzen. Am Sonnabend, 1. Februar, werden die Künstlerinnen ihre Show „Tasta Tour“ auch im Schenefelder Kulturzentrum Juks vorstellen.

Was beinhaltet das Programm „Tasta Tour“?

Jennifer Rüth: Die Show ist ein Grenzgang zwischen Klassik, populärer Musik und Humor. Wir bieten Entertainment an zwei Flügeln, die von Anne und mir gespielt werden. Hinzu kommen kabarettistische Nummern, Gesang, Dialoge und Moderation.


Sie bringen in der Show auch Alltagsgegenstände zum Klingen. Welche?

Anne Folger: Witzig ist der Effekt mit einem Milchschäumer. Den beweglichen Ring des Geräts setzen wir so auf die Saiten des Flügels, dass ein vibrierendes Geräusch entsteht – wie beim griechischen Instrument Bouzouki. Außerdem integrieren wir Kämme, Ketten, Plastikdeckel und Küchenmixgeräte. An den Saiten des Flügels zupfen wir und imitieren dadurch eine Zither beziehungsweise eine Gitarre. Auch mit dem Deckel und dem Rahmen des Flügels erzeugen wir überraschende Töne.
 

Klassik, Pop, Jazz – Welche Stile gehören zur Show?

Folger: Eigentlich klammern wir nichts aus. Wir haben sogar arabische Stücke und Samba im Programm.

Rüth: Wir spielen auch Filmmelodien wie aus dem Streifen „Mission impossible“ und ein Arrangement von Michael Jacksons Hit „Thriller“.
 

Unterhalten Sie Ihre Zuhörer nur mit Musik?

Folger: Nein, wir erzählen auch Geschichten, zum Beispiel über das Verhältnis von zwei Frauen auf der Bühne. Das läuft ja nicht immer nur harmonisch ab, sondern sorgt auch mal für Konkurrenz. Die Rivalität verarbeiten wir komödiantisch und akrobatisch.
 

Die Auftritte verlangen offenbarviel Körpereinsatz. Wie erholen Sie sich von den Anstrengungen?

Rüth: Ich finde gar nicht, dass die Show körperlich anstrengend ist. Erholung stellt sich deshalb nach dem Auftritt schnell im Hotelzimmer ein.

Folger: Wir versuchen uns generell fit zu halten. Jenny geht zum Beispiel gern Skifahren, ich jogge regelmäßig.
 

Wo nehmen Sie Anregungen her?

Folger: Aus dem Alltag, aus dem was wir lesen und was wir miteinander erleben. Viel entsteht auch durch die Interaktion mit dem Publikum. Manchmal kommt es vor, dass während des Konzerts eine kleine Panne passiert, die die Situation aber umso lustiger macht. Im Nachhinein versuchen wir den Zwischenfall zu kultivieren und übernehmen ihn ins Programm. Wir lassen uns also – das klingt jetzt vielleicht etwas pathetisch – vom Leben inspirieren.
 

Haben Sie Vorbilder?

Rüth: Ja, unsere Vorbilder sind musikalische Grenzgänger wie Victor Borge, der Klassik und Komik schon in den 1970ern und 1980ern verbunden hat.

Folger: Ich glaube, dass ich für uns beide spreche, wenn ich sage: Musikprogramme, die verschiedene Stile und Elemente unkonventionell miteinander verbinden, begeistern uns. Denn das ist genau das, was wir selber in unseren Shows versuchen.
 

Jennifer Rüth spielt auch bei der Formation Salut Salon mit, die ein ähnliches Konzept hat. Worin unterscheidet sich Ihr Programm?

Rüth: Salut Salon ist musiklastiger. Wir haben mehr Textanteil, mehr Moderation und mehr Dialoge.
 

Was werden in diesem Jahr Ihre Höhepunkte sein?

Rüth: Ein Höhepunkt wird die Taiwan-Tour im Mai mit unserem neuen Programm „Tastenspiele“ sein. Wir wollen uns dort auch Zeit nehmen, etwas vom Land zu sehen. Im August werden wir auf einem Kreuzfahrtschiff mitfahren, auf dem wir auftreten werden. Jetzt freuen wir uns aber erst einmal auf das Publikum in Schenefeld.
 

Das Interview führte Nicola Rochlitz.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen