Schenefeld : Montessori-Kita kommt auf den Hund

Ängste abbauen, Vertrauen aufbauen: Hundetrainerin Nicole Bendt erklärte den Jungen und Mädchen  im Montessori-Kindergarten den richtigen Umgang mit Hunden.
Ängste abbauen, Vertrauen aufbauen: Hundetrainerin Nicole Bendt erklärte den Jungen und Mädchen im Montessori-Kindergarten den richtigen Umgang mit Hunden.

Das Ziel des Projektes: Den Kindern soll die Angst vor Hunden genommen werden.

shz.de von
12. Juni 2014, 12:00 Uhr

Schenefeld | Kein Mucks ist zu vernehmen. 14 Kinder der Montessori-Kita in der Schulstraße schauen gebannt auf Hundetrainerin Nicole Bendt. Fiona darf nach vorn gehen. Sie streckt die Hand in die Luft, Hund Fienchen setzt sich und bekommt von der Dreijährigen ein Leckerli.

Keine Angst vor dem großen Hund: Gespannt haben Kinder des Integrativen Montessori-Kinderhauses – Träger ist die Lebenshilfe Schenefeld – den Ausführungen Bendts gelauscht. „Ich habe jetzt keine Angst mehr vor Hunden“, freut sich Judith (5) nach der Vorstellung von Bendt und Hund Fienchen in der Kita. Dass man vor Hunden nicht davonläuft, habe sie aber schon vorher gewusst. Eineinhalb Stunden lang schnupperte, lief und spielte die in vielen Disziplinen ausgebildete Mischlingshündin um die Mädchen und Jungen im Alter von drei bis sechs Jahren herum.

Das Ziel des Besuches: den Kindern die Angst vor Hunden zu nehmen. Silke Schmidt war auf die „Besuchshund-Idee“ gekommen, nachdem sie den Artikel „Keine Angst vor’m großen Hund“ im Pinneberger Tageblatt gelesen hatte. Hintergrund: Die Lütten in der Kita hatten sich zuvor mehrfach vor dem Vierbeiner eines Kita-Kindes geängstigt. „Ich war unheimlich stolz auf unsere Kinder, die sich so ruhig alles angehört haben und gleichzeitig begeistert mitgemacht haben“, lobte Heilpädagogin Heidi Rehberg. Auch Dorothee Venohr, Leiterin des Montessori-Kinderhauses, zeigte sich angetan. „Ich finde es toll, dass die Kinder so die Angst vor Hunden verlieren“, sagte Venohr.

Bendt führte die Kinder behutsam an die Materie heran. Mit vielen lebendigen Beispielen demonstrierte sie den Lütten die Verhaltensweisen des Vierbeiners. „Es ist immer wichtig, dass ihr den Hundebesitzer erst fragt, ob ihr seinen Hund streicheln dürft“, erläuterte Bendt. Auf keinen Fall gelte, sich mit dem Ausruf „Ach ist der süß“ auf das Tier zu stürzen. „Denn ihr wisst nicht, ob er wirklich süß ist“, ermahnte Bendt. Die Kinder lernten auch, Hunden niemals direkt in die Augen zu schauen sowie das Tier nicht an Schwanz und Ohren zu ziehen. „Möchtet ihr in Ruhe gelassen werden, ist es auch wichtig, die offenen Hände zu zeigen“, so Bendt. In zu Fäusten geschlossenen Fingern vermuteten die verspielten Vierbeiner nur zu oft ein Leckerli.

Zum Abschluss schenkte die bei der Hundeschule Susanne Venthien arbeitende Bendt den Lütten ein Hundebuch. Wer sich für Kinder-Hund-Trainingseinheiten in Kitas interessiert, kann sich bei Bendt unter 0171-8116912 und per Mail unter nicole.bendt@solidmarine.de melden.

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