Schenefeld : Montag verlässt „Stadtzentrum“

Centerchef Markus Montag vor dem „Eingang Nord“ am Erweiterungsbau, der im Juli 2012 fertig wurde. Mehr als 10.000 Kunden strömen täglich in das Einkaufszentrum. Montag übernahm im April 2011die Leitung des „Stadtzentrums“.
Centerchef Markus Montag vor dem „Eingang Nord“ am Erweiterungsbau, der im Juli 2012 fertig wurde. Mehr als 10.000 Kunden strömen täglich in das Einkaufszentrum. Montag übernahm im April 2011die Leitung des „Stadtzentrums“.

Center-Manager wechselt zu einem mittelständischen Unternehmen nach Leipzig. Der Anbau entstand unter seiner Leitung.

shz.de von
18. Juni 2014, 12:15 Uhr

Schenefeld | Das ist eine faustdicke Überraschung. Markus Montag, verantwortlicher Center-Manager im Schenefelder „Stadtzentrum“, kehrt dem Einkaufstempel nach gut drei Jahren den Rücken. Er wird ab 1. Juli für ein mittelständisches Unternehmen in Leipzig tätig sein – ebenfalls als Center-Manager, allerdings im technischen und kaufmännischen Bereich. „Ich habe nicht aktiv nach dieser Veränderung gesucht. Für mich ist das aber eine riesen Chance, mit jetzt 37 Jahren noch einmal etwas Neues zu machen“, sagte Montag gestern.

Er geht, auch in dem Bewusstsein, das Projekt „Stadtzentrum“ irgendwie mittendrin zu verlassen. „Wir sind nicht fertig. Das stimmt. Aber es war auch kein Zeitpunkt abzusehen, wann wir fertig gewesen wären“, sagt der Manager, der für die Völkel Company die Leitung des Einkaufscenters übernommen hatte.

In fünf Tagen, am 23. Juni, hat der dreifache Familienvater seinen letzten Arbeitstag. Ausgerechnet: Am 23. Juni 2011 wurde der Grundstein für den Anbau gelegt. Der Eigentümer – Berlinovo aus Berlin – investierte 14 Millionen Euro in den Erweiterungsbau. Montag musste sich um die Bestandsmieter, um das Tagesgeschäft kümmern und gleichzeitig den Anbau koordinieren. „Eine absolute Herausforderung“, sagt der Manager rückblickend. Er habe auch viele kritische Gespräche führen müssen. Vor allem das Parkplatzproblem, das zeitweise in einem Parkplatzchaos mündete, machte Montag und seinem Team zu schaffen. Durch den 5700 Quadratmeter großen Anbau fielen auf einen Schlag fast die Hälfte der 1100 Parkplätze weg. Kunden murrten und blieben weg, Mieter murrten über Umsatzeinbußen. Und mitten drin Montag. „Einer der schönsten Momente für mich war die Eröffnung des Anbaus“, sagte Montag. Im Juli 2012 war es soweit.

Der Manager bekam aber auch zu spüren, dass es nicht einfacher wird, leerstehende Flächen in dem Einkaufstempel zu vermieten. Die großen Büroflächen im Neubau sind bis heute nicht vermietet. Auch im Altbau gibt es Leerstände, sind Geschäfte um- oder ganz ausgezogen. Immer wieder musste Montag seine Zeitpläne nach hinten korrigieren.

Doch auch in Zeiten, in denen der Online-Handel hohe Zuwachsraten verzeichnet, glaubt der Manager an die Zukunft der Einkaufscenter. „Es gibt immer wieder gute Konzepte und Ideen.“ Seine Kündigung hatte der 37-Jährige schon vor Monaten ausgesprochen. Noch gibt es keinen Nachfolger. Völkel-Company-Geschäftsführer Mario Zanolli: „Die zukünftigen Geschicke des Stadtzentrums werden wir in ebenso gute Hände geben.“ Den Mietern und Kunden solle nach der Bestätigung durch den Objekteigentümer sehr zeitnah der Nachfolger vorgestellt werden.

Montag fällt der Abschied nicht leicht. „Das war eine anstrengende, intensive und vielfältige Aufgabe. Ich denke, dass wir sehr viel erreicht haben.“

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