Schenefeld : Mörderischer Spaß im Forum

Alle Henks wollen an das Erbe:  Das Ensemble vom Theater Schenefeld bot bei der Premiere eine beeindruckende Leistung.
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Alle Henks wollen an das Erbe: Das Ensemble vom Theater Schenefeld bot bei der Premiere eine beeindruckende Leistung.

„Zum Henker mit den Henks“: Theater Schenefeld fasziniert mit Komödie von Norman Robbins.

shz.de von
02. Mai 2015, 16:30 Uhr

Schenfeld | 40 Jahre Theater Schenefeld: Bei der Premiere des Stücks „Zum Henker mit den Henks“ offenbarte sich den Besuchern ein beeindruckendes Bühnenbild. Mit Kamin, spinnwebenverhangenen Regalen, roten Ledermöbeln und einem Bild des Familienpatriarchen Septimus Henk. Hans Jürgen Heller und sein Team boten eine sehenswerte und humorvolle Inszenierung der rabenschwarzen englischen Komödie von Norman Robbins. Technische Effekte rundeten die Inszenierung ab. So waberte aus einem Geheimgang des Hauses roter Nebel und die Augen des im Porträt verewigten Septimus Henk glommen mitunter schaurig auf.

Die Schauspieler – darunter die Gründungsmitglieder Karin Niß (Athene Henk) sowie Renate Brühl-Schaidt (Henrietta Henk) – präsentierten sich von ihrer besten Seite. Die ehemalige Theaterchefin Niß interpretierte die blutrünstige Schwester Athene verrückt-witzig wie naiv. Brühl-Schaidt spielte die burschikos auftretende, ständig austeilende Henrietta mit Pfiff. Ebenso überzeugend: Johannes Laakmann als Bediensteter Vernon Previtt mit Diven-Potential und Chantal Wüst in der Rolle der Fabia als rothaariges, männerumgarnendes Biest.

Zur Handlung: Ort des Geschehens ist das englische Monument House, ein düsteres Landhaus inmitten eines undurchdringlichen Moors. Das Haus ist seit 400 Jahren Sitz des Henk’schen Geschlechts. Der Familienanwalt Mortimer Crayle (Michael Matthiesen) versammelt die fünf verbliebenen Familienmitglieder, um den Nachlass des unter ungeklärten Umständen verstorbenen Großteils der Familie aufzuteilen. Die Henks sind jedoch weitaus unheimlicher als ihr düsteres Haus. Denn die Familie hat eine seltsame Tradition: Seit 400 Jahren betreibt sie Meuchelmord als Geschäft. Sie räumen jeden aus dem Weg, der ihnen nicht passt. Was passiert, wenn eine Familie aus professionellen Killern sich in einem von Moor umgebenen Anwesen trifft, um ihr Erbe aufzuteilen? Wer das wissen möchte, kann dies bei einer der noch verbleibenden Aufführungen im Forum erfahren.

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof bedankte sich bei Theaterchef Michael Matthiesen und seinem Team. Sie sprach ihm ihre Anerkennung aus – für die über vier Jahrzehnte währende kreative Leistung des Ensembles. „Es ist großartig, dass ihr das einzige Theater seit, das auf Helgoland spielt“, lobte die Rathauschefin. Mit einem Blumenstrauß Rubin gratulierte Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD) passend zum 40. Geburtstag.

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