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Zeitreise Schenefeld : Mit Röntgenstrahlen in die Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Letzter Teil der Sommerserie: Schenefeld bleibt beliebter Wohnort und erhofft sich einen weiteren Aufschwung durch den XFEL-Bau.

Schenefeld | Das heutige Schenefeld betont gerne die Vorzüge, eine Stadt im Grünen zu sein, die gleichzeitig die direkte Anbindung an die Metropole Hamburg bietet und ein beliebter Wirtschaftsstandort ist. Tatsächlich ist die Hälfte des Stadtgebiets immer noch Landschaftsschutzgebiet.

Die Beliebtheit der Stadt hat auch zur Folge, dass bezahlbarer Wohnraum immer mehr zur Mangelware wird. Eine der Herausforderungen wird es sein, auch für die älter werdende Bevölkerung Wohnraum zu schaffen.

Gewünscht ist auch ein Bahnhof mit S-Bahn-Anbindung an die Stadt Hamburg. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof sagt zwar, dass es wegen des Themas Diskussionen geben wird. Letztlich sei dies aber eine finanzielle Frage, bei der man realistisch bleiben müsse. Einen weiteren Aufschwung erhofft sich die Stadt durch den Bau des Röntgenlasers XFEL. Das Forschungszentrum DESY baut seit Jahren daran.

Der Startschuss fiel 2007. Ein 3,4 Kilometer langer Tunnel führt künftig von Hamburg-Bahrenfeld nach Schenefeld. Entstehen soll eine unterirdische Experimentierhalle, in der mit Röntgenblitzen geforscht wird. Dazu kommen Gebäude für Labore und für die Versorgung sowie Büros, Hörsaal und Bibliothek.

„XFEL“ steht für „X-Ray Free-Electron Laser“, zu deutsch „Röntgenlicht-Freie-Elektronen-Laser“. Bei dem Projekt, das fast eine Milliarde Euro kostet, handelt sich um eine – vereinfacht gesprochen – überdimensionierte, blinkende Taschenlampe. Und so, wie eine Taschenlampe genutzt wird, um beispielsweise im Haushalt hinter den Schrank zu sehen, wollen die Forscher auch dorthin blicken, wo das bloße Auge nichts mehr sieht – in die Welt der Atome, aus denen die Materie aufgebaut ist. Genauer gesagt in die Atome selbst, die aus noch kleineren Teilchen bestehen.

Die „Glühbirne“ ist in diesem Vergleich das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg-Bahrenfeld. Von dort aus werden Elektronen durch den Tunnel bis nach Schenefeld geschickt, um das besondere Licht zu erzeugen. Dieser muss entsprechend lang sein, damit genug Wegstrecke besteht, die Elektronen mit mehr Energie auszustatten. So soll es am Zielort noch heller leuchten damit man – im übertragenen Sinn – auch in die dunkelste Ecke schauen kann.

Bürgermeisterin Küchenhof blickt optimistisch in die Zukunft. Sie rechnet mit vielen positiven Effekten für die Stadt. Zum einen kommen neben den Mitarbeitern auch Wissenschaftler aus der ganzen Welt in die Stadt. Schenefeld werde sich dann international ausrichten, sagt Küchenhof. Im Jahr 2016 wird die European XFEL GmbH mit 260 Mitarbeitern einziehen.

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erstellt am 11.Aug.2014 | 10:00 Uhr

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