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Schenefelder Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:41 Uhr

Mit Kunst gegen den Leerstand

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Das „Stadtzentrum“ wird zum Kulturzentrum: Gerd Uhlig und Marion Heckmann eröffnen „ateliergalerie“ / Synergieeffekte erwartet

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2014 | 12:29 Uhr

Klamotten, Handys, Schuhe, Elektronik, Spielzeug, Bücher, Schmuck – oder noch schnell ein Pfund Rinderhack fürs Abendbrot: Das „Stadtzentrum“ lässt als Konsumtempel kaum einen Wunsch unerfüllt – und wird auch für Kunstfreunde immer attraktiver.

Denn das „Stadtzentrum“ wird mehr und mehr zum Kulturzentrum. Am vergangenen Donnerstag eröffneten der Halstenbeker Gerd Uhlig und die Pinnebergerin Marion Heckmann ihre „ateliergalerie“ im ersten Obergeschoss. Bereits im September 2012 hatte die Schenefelder Malerin und Bildhauerin Angela Weiskam auf 100 Quadratmetern ihr Atelier bezogen. „Wenn die Menschen nicht zur Kultur kommen, muss die Kultur zu den Menschen kommen“, sagte Weiskam. Immerhin besuchen bis zu 10 000 Menschen täglich das Einkaufscenter.

Im Januar 2013 folgte dann der Kunstkreis Schenefeld. Auf 50 Quadratmetern werden regelmäßig Ausstellungen präsentiert. Er hat im „Stadtzentrum“ eine neue Heimat gefunden. Inzwischen denkt ein weiterer Künstler darüber nach, seine Werke im Einkaufszentrum zu präsentieren.

Kunst im „Stadtzentrum“: Das ist eine klassische „Win-Win-Situation“: Das Center kann Flächen, die zurzeit nicht vermietet sind, den Künstlern zur Verfügung stellen. Statt Leerstand und Ödnis herrscht Leben und Bewegung auf den Fluren. Die Künstler erhalten die Chance, ihre Werke einem größeren Publikum zu präsentieren, ohne sich in finanzielle Abenteuer stürzen zu müssen.

Mit Kunst gegen den Leerstand – das ist keine neue Idee. In Pinneberg wird ein solches Konzept seit gut einem Jahr angeboten. Auch Uetersen stellte in der Vergangenheit leerstehende Gebäude als Ausstellungsflächen zur Verfügung.

Uhlig und Heckmann waren regelrecht überrascht vom großen Besucherandrang zur Eröffnung ihrer „ateliergalerie“. Aufs „Stadtzentrum“ wurde er bei einem Treffen der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung Schenefeld aufmerksam. Centermanager Markus Montag stellte sein Haus vor. Die beiden kamen ins Gespräch.

Auch Uhlig sieht die Synergieefekte. „Die Kunst ist eine Belebung für das Center.“ Uhlig, der sich selbst als „Kunstarbeiter“ bezeichnet, mischt seit gut sechs Jahren als Galerist in der Kunstszene mit. Mit Heckmann arbeitet er schon länger zusammen. Der 67-Jährige verkauft Bilder. Alle fünf bis sechs Wochen sollen die Ausstellungen wechseln. Einmal pro Monat möchte er eine kulturelle Veranstaltung in der „ateliergalerie“ organisieren.

Im vorderen Bereich „herrscht“ die Malerin Heckmann, Mitglied der Künstlergilde Pinneberg. Sie wird mittwochs bis sonnabends von 11 bis 18 Uhr vor Ort sein – und künstlerisch arbeiten. Die Besucher können sehen, welche Prozesse ein Werk von der Idee bis zur Umsetzung durchläuft. Uhlig, der noch bis November 2013 eine Fläche am Fahltskamp in Pinneberg nutzte, ist nun mit Heckmann im „Stadtzentrum“ präsent. Im Einkaufstempel steht jetzt noch mehr Kunst zum Verkauf.

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