Abitur in Schenefeld : Mit dem Abi ins Spielfeld des Lebens

Die Abiturientinnen Kimberly Warnecke (links) und Seok-Min Kang hielten eine Rede während der Feier.
Die Abiturientinnen Kimberly Warnecke (links) und Seok-Min Kang hielten eine Rede während der Feier.

69 junge Menschen legen die höhere Reife in Schenefeld ab.

shz.de von
03. Juli 2018, 13:00 Uhr

Schenefeld | Das Gymnasium Schenefeld hat seine 69 Abiturienten verabschiedet. Für Jörg Frobieter war es eine Premiere, denn er übernahm die Schulleitung erst im November. Für fetzige Musik während der Feier sorgte die Combo gefeierter Diamant, die zu den musikalischen Arbeitsgemeinschaften am Gymnasium gehört. Eine eindrucksvolle Rede hielt Bürgervorsteherin Gudrun Bichowski (SPD).

Gern sei sie zu dieser Entlassungsfeier gekommen, begann die Abgesandte. „Mir ist bewusst, dass Sie in den vergangenen Jahren eine Menge durchmachen mussten“, sagte sie. Aber jetzt sei nicht etwa alles aus. „Die Welt dreht sich weiter, liebe Entlassungsschüler. Zwar nicht mehr im 45-Minuten-Takt und mit keinem Gong, der den freien Nachmittag ankündigt. Dafür wartet jetzt eine Menge Zukunft auf Sie, die es möglich gut zufüllen gilt.“

Darauf seien die Absolventen aber auch bestens vorbereitet, konstatierte Bichowski. Das brachte sie zum Thema Schulpflicht. „Viele Kinder weltweit haben die Möglichkeit leider nicht, zur Schule zu gehen. Die meisten müssen stattdessen zum Unterhalt der Familie beitragen.“ Das sei ein krasser Gegensatz zu den wohlbehüteten Kindern in Deutschland. Man sollte darum statt von einer Schulpflicht besser von einem Recht auf Schule sprechen. „Dieses Recht haben Sie, liebe Schulabgänger, hier am Schenefelder Gymnasium wahrnehmen können.“

Den Lehrern dankte Bichowski für ihren unbeirrbaren Einsatz, auch wenn ihnen die Schüler manchmal als „Rabaukengeneration“ vorgekommen sein mögen. Und für die Schulabgänger hatte sie viele gute Wünsche der Stadt im Gepäck sowie etliche Ratschläge, die sie aus dem nicht immer erquicklichen Schauspiel der Fußball-Weltmeisterschaft ableitete. Etwa: „Ganz egal, was Sie schon getan haben – oder wie erfolgreich Sie waren, es gibt immer noch mehr zu tun, noch mehr zu erreichen.“ Und weiter: „Das Trainingslager hier an der Schule ist beendet. Sie dürfen aufs Feld.“ Zuletzt empfahl sie: „Stürmt vor, aber mit dem Blick nach links und rechts, damit ihr nicht im Abseits steht.“

Es gab weitere Reden. Vom Schulleiter, der sich nicht recht mit der gebräuchlichen Abkürzung „Gymsche“ für das Gymnasium anfreunden wollte, vom Schulelternbeirat, von Klassenlehrern, die ihre Inspirationen aus dem „Game of Thrones“ bezogen, und besonders witzig von den beiden Abiturientinnen Kimberly Warnecke (links) und Seok-Min Kang. Die Schulzeit verglichen sie mit einem Roman – nicht immer heiter. Auch zu tiefer Trauer habe es nach dem Tod eines Mitschülers Anlass gegeben.

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