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Der Landrat blitzt ab : Mission U-Bahn bis nach Schenefeld ist gescheitert

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Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Hamburg lehnt die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 bis nach Schenefeld als unwirtschaftlich ab. Landrat Oliver Stolz hat dennoch weiterhin Hoffnung für die Verkehrsanbindung.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2015 | 12:30 Uhr

Schenefeld | Eine U-Bahn-Verlängerung von Hamburg bis nach Schenefeld erreichen: Diese „Mission Impossible“ scheute der Kreis Pinneberger Landrat Oliver Stolz nicht. Er setzte sich für das Projekt ein – und blitzte in Hamburg ab. Aufgeben wird er seine Mission aber nicht. „Ich bin der Meinung, dass wir weiterhin gute Argumente für eine verlängerte U5 oder andere alternative S-Bahn-Ansätze haben“, betont Stolz. Das Thema bleibe auf der Tagesordnung.

Schenefelds träumt von einer direkten Schienenanbindung in die Millionenstadt. Stolz wurde auf Bitten der Stadt aktiv. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof packte die Chance beim Schopfe: Bei einem Treffen auf dem XFEL-Gelände erörterte die Verwaltungschefin mit Schleswig-Holsteins Verkehrs- und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), dem Hamburger Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof und Stolz auch die verbesserungswürdige Anbindung des Forschungszentrums an den Öffentlichen Nahverkehr – und da waren auch ganz schnell Hamburgs Pläne zum Bau der U5, der 2022 beginnen soll, Thema. Die U5 soll in Hamburg-Osdorf – knapp vor der Landesgrenze – enden. „Wenn die Hansestadt eine Schienenanbindung des Hamburger Westens plant, dann sollte Schenefeld in den Überlegungen eine Rolle spielen“, sagt Küchenhof.

Stolz schaltete sich ein. Doch die Antwort aus der Hamburger Verkehrsbehörde ist eindeutig. Derzeit stünden andere Anbindungen wie die Arenen am Volkspark und die Großwohnsiedlung Osdorfer Born im Vordergrund. Außerdem würden auch Varianten mit einer Ausfädelung der S-Bahn an verschiedenen Stellen untersucht.

Der mögliche Linienverlauf. (Grafik: Stepmap)
Der mögliche Linienverlauf. (Grafik: Stepmap)
 

Noch haben die Hamburger Planer Schenefeld nicht auf ihrem U-Bahn-Zettel: Die Behörde teilt mit, dass das Verlängern der U-Bahn nach Aussagen der Hamburger Hochbahn AG wegen der damit verbundenen Mehrkosten „vor dem Hintergrund des geringen Fahrgastpotenzials in Schenefeld unwirtschaftlich sei“. Und merkt an, dass in den Planungen des Landes Schleswig-Holstein diese Anbindung deshalb bisher auch nicht vorgesehen sei.

Fakt ist: Das U-Bahn-Projekt ist bei der zuständigen Landesplanung in Kiel noch gar nicht angekommen. Das bestätigte gestern ein Sprecherin der Staatskanzlei. Dabei hofft Stolz bei dem Großprojekt gerade auf die Unterstützung des Landes. Sein Fazit lautet: „Auf Entwicklungsachsen gelegene Städte bieten in Verbindung mit leistungsfähigen Schienenanbindungen beste strukturelle Grundlagen für eine hohe Ausschöpfung des ÖPNV-Potentials. Dies gilt auch und gerade für Schenefeld, der im Kreis Pinneberg neben Uetersen einzigen Stadt in Achsenlage, die nicht über eine Schienenanbindung verfügt.“ Auch die Ansiedlung des European XFEL werte den Standort Schenefeld verstärkt auf und werde weitere zusätzliche Verkehre erzeugen. Beerdigt ist das Thema also noch nicht. „Von einer Verlängerung der Strecke über die Landesgrenzen hinaus, müsste auch Hamburg profitieren“, sagt Schenefelds Bürgermeisterin. Es gehe um weniger Lärm und Verkehr. Ein Problem könnte der Standort für eine benötigte Park-und Ride-Anlage sein. Küchenhof: „Der Schenefelder Platz wäre dafür sicher nicht geeignet.“

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