Schenefeld : Migration: Stadt macht Tempo

Neue Stelle wird noch in dieser Woche ausgeschrieben. Willkommenskultur eines der zentralen Themen in 2015.

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13. Januar 2015, 10:00 Uhr

Schenefeld | Am Freitagmorgen war Axel Hedergott wieder in Schenefeld unterwegs. Der Sozialamtschef hat sich zwei Wohnungen angeschaut, um zu prüfen, ob sie als Unterkunft für Flüchtlinge in Frage kommen. Die dezentrale Unterbringung der Menschen, die in Schenefeld eine neue Heimat bekommen – für Hedergott eines der zentralen Themen in diesem Jahr. Wohncontainer auf der grünen Wiese – dieses Szenario möchte der Sozialamtschef vermeiden. „Im Moment sieht die Wohnungssituation noch gut aus“, betont Hedergott. Auch, weil Schenefelder Bürger der Stadt immer wieder Mietwohnungen anbieten.

Um die Flüchtlinge soll sich schon bald ein eigener Migrationsbeauftragter kümmern. Der Sozialausschuss hat die Stellenausschreibung auf den Weg gebracht. „Wir möchten den Posten so schnell wie möglich besetzten“, betont Hedergott. Er ist zuversichtlich, dass sich qualifizierte Bewerber finden. Die Halbtagsstelle (19,5 Wochenstunden) ist zunächst bis zum 31. Dezember 2017 befristet. „Eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen“, betont Hedergott.

Zurzeit leben 65 Flüchtlinge in Schenefeld. Diese Zahl könnte sich in diesem Jahr verdoppeln. Zirka 35.000 Euro investiert die Stadt in die neue Stelle. Der Migrationsbeauftragte wird erster Ansprechpartner für die der Stadt zugewiesenen Asylbewerber. Er soll die Arbeit mit dem kreisweit tätigen Diakonieverein Migration, mit Behörden, Vereinen und Verbänden koordinieren. Zudem soll er sich um bestehende Netzwerke und lokale Integrationsprojekte kümmern. Politik und Verwaltung sind sich in einem Punkt einig: Um eine Willkommenskultur in Schenefeld zu schaffen, ist auch die Einbindung von ehrenamtlichem Engagement wichtig. Auch hier soll der Migrationsbeauftragte Akzente setzen und Ideen entwickeln.

Aus dem Bürgerkongress ist bereits eine ehrenamtliche Initiative hervorgegangen. Sie wird sich erstmals am 21. Januar treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof hat die Hoffnung, dass die Schaffung einer Willkommenskultur in der Stadt ein ebenso großer Erfolg wird wie die Gründung der Schenefelder Tafel im Jahr 2012. Auch hier fiel die Initialzündung auf einem Bürgerkongress.

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