Auftritt : „medlz“-Abend im Schenefelder Forum

Die vier Musikerinnen wurden vom Publikum für ihr neues Programm gefeiert: Zwei Zugaben und stehende Ovationen waren für die 'Medlz' Belohnung für einen runden Abend mit viel Temperament und vier fantastischen Stimmen.
Die vier Musikerinnen wurden vom Publikum für ihr neues Programm gefeiert: Zwei Zugaben und stehende Ovationen waren für die "Medlz" Belohnung für einen runden Abend mit viel Temperament und vier fantastischen Stimmen.

Vier A-Capella-Sängerinnen aus Dresden begeistern Zuschauer mit musikalischem Feuerwerk und humorigen Ansprachen.

shz.de von
23. April 2018, 12:30 Uhr

Schenefeld | Die vier A-Capella-„medlz“ aus Dresden brachten großartige Stimmen und jede Menge Stimmung mit nach Norddeutschland: Im Schenefelder Forum haben sie das Publikum schnell durch ein musikalisches Feuerwerk und humorige Ansprachen aufgetaut.

Nach der Pause ging es dann richtig los. Es wurde zusehends lockerer, lustiger und schräger. Das Publikum war zu allem bereit, die „medlz“ hatten sich endgültig freigesungen. Sie wurden zu Chefinnen des Saals. Um es vorweg zu nehmen: Das Konzert endete mit zwei Zugaben und einem Publikum, das stehend applaudiert und vor Begeisterung gepfiffen hat.

Die vier A-Capella-Sängerinnen Sabine Kaufmann, Nelly Palmowske, Silvana Mehnert und Joyce-Lynn Lella haben es geschafft, die Schenefelder Vorpremiere zum neuen Programm „Heimspiel – medlz singen deutsch“ zu ihrem persönlichen Mädelsabend werden zu lassen. Durch ihr großartiges stimmliches Zusammenspiel haben sie alte Schlager und bekannte Lieder neu verzaubert, eigene Songs präsentiert und auch vor musikalischen Experimenten nicht Halt gemacht.

So wurde Musik von Udo Lindenberg mit Texten von den Ärzten gesungen oder Melodien von Udo Jürgens mit den Zeilen der Prinzen. Helene Fischers Kultsong „Atemlos durch die Nacht“, gab’s auf sächsisch und auch Rammstein haben sie sich vorgenommen und fünf Minuten knallhart „Metal“ präsentiert.

Hatten ihren Mädelsabend bei den 'Medlz': Maren Lehmann (von links), Ingrid Böttcher, Carola von Steinkeller und Janne Oentrich.
Sabrina Lincke
Hatten ihren Mädelsabend bei den "Medlz": Maren Lehmann (von links), Ingrid Böttcher, Carola von Steinkeller und Janne Oentrich.
 

Die weibliche A-Capella-Band ist hoch dekoriert, hat schon einige Fernsehauftritte hinter sich und gilt in ihrem Fach als beste in Europa – trotzdem blieben, wohl wegen des ausgesprochen schönen lauen Sommerabends, ein Drittel der Forum-Plätze unbesetzt. Motto des Konzerts war die deutsche Sprache: „Das ist eine Liebeserklärung an unsere wunderschöne Sprache mit der man so viel ausdrücken kann“, sagte Kaufmann.

Die Sängerinnen wollten während des Konzerts ausschließlich deutsche Wörter benutzen, stolperten aber über Begriffe wie „Songs“, „Medley“ oder „CD“.

Der Bandname war auch im Publikum Programm – das bestand zu drei Vierteln aus weiblichen Zuhörern – dabei viele Frauengruppen, die bei den „medlz“ ihren Mädelsabend verbrachten. So wie Maren Lehmann, Ingrid Böttcher, Carola von Steinkeller und Janne Oentrich, die seit der fünften Klasse befreundet sind. Die Vier hatte es nach ihrem Abitur im Schenefelder Gymnasium 1989 zwar in die Welt gezogen, aber sie haben den Kontakt zueinander immer gehalten und treffen sich nach wie vor regelmäßig. Das Konzert läutete ihren gemeinsamen Abend hervorragend ein: „Die medlz sind großartig“, meint das Quartett unisono: „Super Stimmen, tolle Lieder, gute Stimmung.“ Auch Ingrid Pöhland genoß das Konzert und war diesmal ausnahmsweise ganz privat im Forum und nicht für die Schenefelder SPD, den Finanzausschuss oder den „Glücksgriff“ unterwegs: „Mir hat besonders die zweite Halbzeit gefallen“, sagte sie. „Ganz mein Geschmack.“ Pöhland ist Forum-Gängerin aus Überzeugung: „Ich habe ein Abo und finde, es gibt hier so tolle Veranstaltungen vor der Haustür, bei denen es sich wirklich lohnt, sie zu sehen.“

Für die „medlz“ ist es nicht der letzte Besuch in Norddeutschland, sie planen weitere Konzerte im Kreis Pinneberg: „Bei Euch fließt auch die Elbe – wir sind Verbündete“, sagt Kaufmann.

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