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Schenefeld : Medaille für den „ewigen“ Kapitän

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Hamburgs Bürgermeister ehrt den Schenefelder Rüdiger von Ancken für sein Engagement auf dem Museumsschiff „Cap San Diego“.

Schenefeld | Vor der Haustür liegt ein großer Anker. Auf der Fensterbank im Wohnzimmer steht das Modell eines Containerschiffes und an den Wänden ist die Tapete kaum noch zu erkennen vor lauter Bildern – von Schiffen natürlich. Rüdiger von Ancken ist ein echter „Seebär“: Seit 42 Jahren fährt er zur See – und mit seinen 70 Jahren ist der Schenefelder immer noch als Kapitän unterwegs. Nicht auf irgendeinem Schiff: Von Ancken ist Kapitän auf der „Cap San Diego“, dem größten fahrtüchtigen Museumsschiff der Welt. Der 160 Meter lange „weiße Schwan des Südatlantik“ ist längst ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg. Die hat von Ancken jetzt ausgezeichnet. Bürgermeister Olaf Scholz überreichte dem Schenefelder eine Ehrenmedaille – für dessen ehrenamtlichen Einsatz auf der „Cap San Diego“. Seit 20 Jahren steuert er das Schiff als Kapitän, beim Hafengeburtstag, bei den Cruise Days und beim Elbtörn.

„Ich bin nur ein kleines Rad im Getriebe“, sagt der Seemann in der ihm eigenen Bescheidenheit. Die Auszeichnung nehme er stellvertretend für alle ehrenamtlichen Helfer der „Cap San Diego“ entgegen. Das Team umfasst 50 Personen. „Die Medaille und die Urkunde kommen auf das Schiff.“ Das ist für den Kapitän gar keine Frage.

Von Ancken ist alles andere als ein kleines Rad. Er trägt die Verantwortung für die 500 Passagiere an Bord, wenn er die „alte Lady“, Baujahr 1961, auf der Elbe manövriert. Routine gibt es in seinem Job auch nach so vielen Jahren nicht. Der Puls geht nach oben. Das Kribbeln beginnt, wenn der Schenefelder auf der Kommandobrücke steht und seine Befehle erteilt.

Der Schenefelder und die „Cap San Diego“ – das ist eine ganz besondere Liebesbeziehung. Für die Hamburg Süd ist er früher als zweiter Offizier auf diesem Schiff über den Atlantik gefahren, nach Brasilien und Argentinien. Manchmal war er über ein Jahr aus Deutschland weg. Heute sitzt er auf dem Sofa seines Einfamilienhauses in einer ruhigen Wohnstraße in Schenefeld. Seine Frau Renate werkelt in der Küche. Doch das Seemanns-Leben ist immer noch präsent. In den Erinnerungen, den Erlebnissen und Geschichten. „Ich bin 77 Mal durch den Panama-Kanal gefahren“, sagt von Ancken. Die Leidenschaft des Seefahrers ist nicht erloschen, sie lodert weiter. „Ich empfinde es als Geschenk, jetzt wieder auf der Cap San Diego fahren zu dürfen.“ Das Schiff sollte in den 1980er Jahren eigentlich verschrottet werden. Die Stadt Hamburg hat es schließlich gerettet.

Mit dem „weißen Schwan“ hat von Ancken als Kapitän schon mehr als 100 Mal abgelegt. Am 8.  Mai beim 826. Hafengeburtstag hat er wieder das Kommando. Bis 2016 gilt sein Kapitänspatent noch. Doch wer mit Rüdiger von Ancken spricht, kann sich kaum vorstellen, dass der Seemann von seiner großen Liebe lässt.

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erstellt am 02.Apr.2015 | 16:00 Uhr

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